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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XI (1876 / 133)

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nebst ihrer Zeichenfartigkeit ein Ausmass künstlerischer Bildung nachweisen, welches sie

zur pädagogischen Leitung einer vorwiegend den Kunstgewerben dienenden Zeichen- und

Modellirschule befähigt. Der Leiter dieser Schule hat in Verbindung mit dem Zeichenunterrichte

 Unterricht in der Projections-, Schattenlehre und Perspective zu ertheilen.

Mit dieser Stelle ist für die Unterrichtsertheilung ein Bezug von Eintausend vierhundert

 iipo) Gulden osterr. Wahn, für die Leitung eine Remuneration von Dreihundert

(Zoo) Gulden ostcrr. ahr. jährlich verbunden.

An derselben Sc ule ist die mit einem Jahresbezuge von Eintausend vierhundert

(t4oo) Gulden osterr. Wahr. dotirte Stelle eines Modellirlehrers für ornamentales und

figurales Modelliren zu besetzen.

Gesuche um eine dieser Stellen, die mit Curriculum vitae, StudienzeugniSSen und

künstlerischen Arbeiten belegt sein müssen, sind bis spätestens i. December d. J. an das

k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht in Wien zu richten.

(Ein Lehr- llnd Lesebuch für Kleidetmaoher) wird von der n. ö. Handelskammer

vorbereitet. Folgende Herren haben die Verfassung der einzelnen Abschnitte übernommen:

 a) Anatomie, Physiologie und Gesundheitslehre: Herr Med. Dr. Karl Langer, k. k.

Hofrath, derzeit RectonMagnihcus der k. k. Universität in Wien; b) Geometrie: Herr

Franz Villicus, Professor an der k. k. Staats-Oberrealschule auf dem Schottenfelde in

Wien; e) Chemie und Physik: Herr Wilhelm Kalmann, Assistent an der k. k. technischen

 Hochschule in Wien; d) Mechanik: Herr Johann Hauptfleisch, Professor an

der k. k. Bau- und Maschinen-Gewerbeschule in Wien. Daran schliesst sich eine Abhandlung

 über Nähmaschinen von Herrn Albert H. Curjel, Leiter der Wiener allgemeinen

 Nahmaschinenfabrik. e) Gewerbliche Buchführung: Herr Jacob Scherber,

Prorector der akademischen Handels-Hochschule in Wien; z) Waarenkunde: Herr Dr. I.

Moeller, Professor an der akademischen Handels-Hochs: ule in Wien; g Handelsgeographie:

 Herr Dr. Karl Zehden, Professor an der akademischen Handels- ochschule in

Wien; h) Schnittzeichnen und Zuschneiden: da) für Männerhekleidung: Herr F. A. Hofmann,

 Herausgeber der internationalen Modezeitung in Wien; bb) für Frauenbekleidung:

Herr Karnmerrath Anton Kreuzi g. Die Elaborate über Mechanik und über Nähmaschinen

liegen bereits vor; den Herren Verfassern der anderen Abschnitte ist es als wünschenswerth

 bezeichnet worden, dass sammtliche Manuscripte noch in diesem Jahre einlangen,

um sofort zur Drucklegung schreiten zu können.

(Mosaik-Werkstätte für christliche Kunst in Innsbruck.) Herr Alb. Neuhauser

 theilt uns folgende gedruckte Zuschrift mit: vAls ich vor mehreren Jahren das

erstemal in Rom war, machten die alten Mosaiken auf mich einen so tiefen Eindruck,

dass ich seitdem fortwahrend mich mit dem Gedanken trug, auch diesen Kunstzweig zu

pflegen, der von so ausgesprocheneru monumentalen Charakter zum edelsten Schmucke

des Gotteshauses gehört. Lange blieb dieser Wunsch unerfüllt; erst als mich Herr Dr.

A. Jele durch Uebernahme der Direction der Glasmalerei dieser Mühe enthoben hatte,

konnte ich dem Studium der Mosaik mich widmen, und die Errichtung einer Mosaik-Werkstatte

 ernstlich anstreben. Eine Reise nach ltalien mit Herrn Professor Klein aus

Wien, genaueres Einsehen in die technischen Arbeiten, welches mir in der päpstlichen

Mosaik-Anstalt in Rom auf die freundlichste Weise ermöglicht wurde, und hauptsächlich

die Gewinnung eines der ersten Mosaikisten aus Venedig, des Herrn Luigi Solerti,

setzten mich in den Stand, die Pflege dieses Kunstzweiges aufzunehmen. Ein nach

Zeichnung des Herrn Professors Klein in Wien ausgeführte: Herz-Jesu-Bild, und eine

Madonna (Copie von St. Maria in Trastevere in Rom) ist bereits fertig; später kommen

die beiden Portraits von Professor Führich und Görres in Arbeit. Ueberzeugt, jeder

billigen Anforderung entsprechen zu können, empfehle ich meine Mosaik dem Wohlwollen

aller Kunstfreunde.)

(Kunstgewerbe-Auaatellung in Amsterdam.) Aus Amsterdam, Ende August,

wird der wAllgemeinen Zeitung: geschrieben: Auch in den Niederlanden soll jetzt etwas

für die Hebung des Kunstgewerbes geschehen, und wahrlich, es ist hohe Zeit. Zu lange

hat man das denmthigende Verhaltniss ertragen, dass die Ehre desjenigen Landes, dessen

Delfter Fayencegefasse, dessen Fliesen für Fussboden, Wande und Tische, dessen Schranke

und Zinngerath aus den früheren Jahrhunderten die Museen und Sammler hochschatzen,

in der Gegenwart auf den Ausstellungen durch die Colonien gerettet werden muss. indessen

 wenn wir uns etwas spat auf den Weg machen und manchen Nachbarn ziemlich

weit vorausgeeilt sehen, so haben wir darin den Gewinn, aus den Erfahrungen anderer

für uns Lehren ziehen zu können. Man folgt bei dem Versuch in die niederländische

Kleinkunst neues Leben zu bringen, der in anderen Ländern erprobten Methode - und

doch nicht ganzlich, nicht ohne kleine Neuerung, welche hoffentlich ein besonderes

Interesse erregen wird. Die erste Frage muss hier, wie im entsprechenden Fall überall,

die sein: Was besitzen wir noch aus den besseren Zeiten} Was vermögen wir noch heutzutage:

 Darüber nun soll eine Ausstellung Rechenschaft ablegen, welche, veranstaltet von
            
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