d) ln besonders bewahrte anderweitige Hilfsmittel zum Zeichenunterricht mit Bezug
auf Raumvertheilung und innere Einrichtung der Localitäten und im geeigneten Anschlusse
an die diesbezüglich vorzulegenden, sachgemäss instruirten Pläne der Zeichensale, Modellzimn-ier
und Cabinete, wie z. B. Lichtblenden, Reissbrett- und Modellständer, Staffeleien
etc.
Die Ausstellung ganzer Collectionen dieser Objecte ist selbstverständlich unmöglich;
raisonnirende Kataloge, neue und besonders hervorragende Vorlagewerke, Modelle, Tafelzeichnungen,
Mustersarnmlungen u. s. w. werden die in den letzten Jahren gemachten
Fortschritte am besten charakterisiren.
Die einleitenden Bemerkungen zu den Katalogen oder die den Lehrmitteln beigegebenen
Erläuterungen konnten enthalten: Angaben über die Höhe der jährlichen Dotation
und des Zuwachses an Modellen und Vorlagen; Benutzungs- und Verwaltungsmodalitäten
der Sammlungen; Bestand und Umfang praktischer Uebungsstätten, z. B. mit den Zeichenschulen
in Verbindung stehender Holzschnitzanstalten, Webeschulen, Stickereischulen u. s. w.
Ferner
SerieC: Unterrichtserfolge; Arbeiten derSchüler. Wissenschaftliche
Publicationen oder künstlerische Arbeiten der
Lehrkräfte an Mittelschulen und verwandten Anstalten.
Die Unterrichtserfolge eignen sich in den wenigsten Fallen zur Ausstellung; die
Erfahrung lehrt, dass auf grossen Expositionen selbst das fachmännische Publicum nicht
Musse genug findet, den meist unscheinbaren Producten des jugendlichen Geistes die gebührende
Aufmerksamkeit zu schenken.
Es ist sonach beabsichtigt, nur das Zeichnen und Modelliren der männlichen Mittelund
Specialschulen, wie auch einschlägige Arbeiten der Frauenschulen in qualitativ moglichst
ausgezeichneter Weise zur Ausstellung zuzulassen in der berechtigten Voraussetzung,
dass der Fortschritt auf diesen Gebieten ebenso unzweifelhaft sei als sich das Interesse
des Publicums gegenüber dieser Art von Schülerarbeiten ungeschwacht erhalten habe.
l. Unterrlohtserfolge im Zeichnen und Hodelliren an den eigentlichen
Hittelsohulen.
Um die Lehrmethode und den Gang des Zeichenunterrichtes in den einzelnen
Jahrgängen der Mittelschulen aus den Schülerarbeiten entnehmen zu können, sind dieselben
nach Classen zu sondern und so auszuwählen, dass die einzelnen Zeichnungen in
ihrer vorzüglichen Ausführung den vorgeschriebenen Lehrgang charakterisiren und ein
einheitliches Ganze bilden.
Die auszustellenden Zeichnungen sind auf starken gleich grossen Canons von circa
70 Centim. Länge und So Centim. Breite in gefälliger Weise zu adjustiren und getrennt
nach den beiden Hauptrichtungen des Zeichnens in abgesonderten, stark gearbeiteten, sov
genannten wSargportefeuillen- zu verwahren. Die in den Portefeuillen nach Jahrgängen geordneten
Zeichnungen müssen demgemass beschrieben sein und die entsprechende Notiz
enthalten: wNach einer vom Lehrer gemachten Tafelzeichnungl; mach einer Vorlaget;
wnach einem Modell,-Jedes
Portefeuille soll überdies mit einer in die Augen springenden Aufschrift versehen
werden und an passender Stelle, etwa auf dem ersten Cartonblatt, in französischer
Rondschrift den Lehrplan, die Frequenz in den einzelnen Jahrgängen, so wie etwaige besonders
bemerkenswerthe Daten enthalten.
Was die Modellirarbeiten betrifft, so sind selbstverständlich ganze Collectionen ausgeschlossen
und können nur einzelne besonders gelungene und nicht zu voluminöse Arbeiten
von dem Bestande dieses Gegenstandes an den Mittelschulen Zeugniss geben ').
2 Arbeiten der Schüler an den Speoialaohulen.
Die Gewerbeschulen und andere Specialschulen werden sich nach den bei der
Wiener Weltausstellung gemachten Erfahrungen nur ganz im Allgemeinen an die hier
vorstehend gezogenen Grenzen halten können. Insbesondere durften, der Richtung der
einzelnen Schulen entsprechend, die Arbeiten aus dem Bau- und Maschinenfache, in den
verschiedenen Kunstgewerbezweigen, bei den Frauenschulen die sagen. vHandarbeiten-I,
') Uebrigens werden auch die, zumeist von Schülern gearbeiteten Pläne und inneren
Einrichtungen der Schulhäuser die Zeichenfertigkeit und Geschicklichkeit der
Schüler darthun.