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a) Allgemeine wissenschaftliche Bildung.
Abiturientenzeugniss einer Realschule erster Ordnung oder eines Gymnasiums,
aber auch das Prüfungszeugniss eines Schullehrer-Seminares unter Voraussetzung
von guten Leistungen und dass das Seminar seine Zöglinge mindestens so weit in
die Wissenschaften einführt, als die Berechtigung zum Einjahrig-Freiwilligeu-Dienste
voraussetzt.
b) Fachliche Bildung.
Mindestens ein dreijähriger Cursus an einem Seminare für Zeichenlehrer oder
an einer polytechnischen Hochschule unter Einhaltung eines streng gegliederten
Lehrganges.
Zeugnisse über anderweitige fachliche Ausbildung sind nur dann zu berücksichtigen,
wenn sie von berechtigter Seite ausgestellt sind; solchen Personen soll
jedoch Gelegenheit gegeben werden, etwaige Lücken der Ausbildung in den angeführten
Anstalten in kürzerer Zeit zu ergänzen.
c) Ziel.
Die Facultas docendi für den Unterricht im Zeichnen in allen Classen und für
zwei andere wissenschaftliche Facher, unter denen insbesondere Geometrie in allen
Classen als im hervorragenden Masse wünschenswerth erscheinen dürfte; das Seminar
für Zeichenlehrer hatte zum Studium dieser Facher Gelegenheit zu bieten.
d) Prüfung.
Die Prüfung erfolgt nach einem vorgeschriebenen Reglement durch eine selbstständige
Prüfungsbehorde, deren Mitglieder aus der Zahl der ordentlichen Lehrer
der ZeichenlehrereSeminare oder der polytechnischen Hochschulen auf Vorschlag
der Lehrercollegien der genannten Anstalten auf eine bestimmte Zeitdauer gewählt
werden.
e) Nachprüfung.
Die nach älteren Bestimmungen geprüften Zeichenlehrer sind von dem Nachweise
der unter al verlangten allgemein wissenschaflichen Bildung entbunden, haben
sich aber einer Erganzungsprüfung für die unter c) erwähnten zwei anderen wissenschaftlichen
Fächer zu unterziehen, sobald sie Ansprüche auf Gleichstellung mit den
nach den oben unter d) geforderten Bestimmungen geprüften Zeichenlehrern
machen wollen.
Die bisher amtlich besehßftigten, aber überhaupt nicht geprüften Zeichenlehrer
haben sich im Allgemeinen der vollen Prüfung zu unterziehen, konnen aber ebenfalls
von dem Nachweise der unter a) verlangten wissenschaftlichen Bildung entbunden
werden.
f) Stellung des Zelohenunterrlahtea.
Der Zeichenunterricht wird den anderen ordentlichen Unterrichtsgegenstanden
vollständig gleichgestellt - insbesondere bei Versetzungen, bei der Aufnahme
neuer Schüler und bei der Abiturientenprüfung -, und wird nicht mehr als eine
einseitige Erzielung einer technischen Fertigkeit angesehen.
g) Reohtsverhaltnisse der Zelnhenlehrer.
Diejenigen Zeichenlehrer, welche die oben unter a) bis d), respective die unter
e) angegebenen Bedingungen erfüllt haben, werden den anderen wissenschaftlichen
Lehrern vollkommen gleichgestellt
Motive.
Die bitteren Erfahrungen, welche das deutsche Kunstgewerbe auf den letzten Weltausstellungen
machen musste, haben in letzter Zeit vielfach Sachverständige Männer veranlasst,
die Gründe für unsere Misserfolge aufzusuchen; dieselben sind ganz unabhängi
von einander meist zu der Ueberzeugung gekommen, dass daran in erster Reihe Schuld
trägt die mangelhafte Piiege des Zeichenunrerrichtes, der Ausbildung des Formensinnes
und der Erkenntniss des wahrhaft Schonen in den sarnmtlichen Unterriehtsanstalten, -
denn zur Hebung der Kunstindustrie ist die Geschmacksbildung der Consumenten bedeutend
wichtiger als diejenige der Producenten. Wird dies als richtig zugegeben - woran
wir keinen Augenblick zweifeln -, so muss das Streben derSchulverwaltungen dahin
gehen, mit allen Kräften den bisher leider so sehr verkannten und vernachlässigten Unterricht
im Zeichnen zu heben. ist auch dankbar anzuerkennen, dass der Wille hierzu
alle Unterrichtsbehörden beseelt, so wird es dennoch zur Püicht, diese Behörden in Ihren