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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1877 / 146)

Die Fachschule für Goldschmiedekunst und verwandte Gewerbe

(1., Ferdinandstrasse Nr. 38) endlich, deren Erhaltung vom h. Handelsministerium und

aus Beiträgen der Kammer, des Goldarbeiter-Gremiums und einzelner Industrieller bestritten

 werden, verfolgt eine höhere kunstgewerbliche Richtung. Gegenstand des Unterrichtes

 an derselben ist fachgemässes kunstgewerbliches Zeichnen, Modelliren, Bossiren

und das Entwerfen und Ausführen von Fnchgegenstanden.

Der Tagesunterricht Endet an dieser Fachschule, an der ausser den Gold-, Silberund

 Bronzenrbeitern auch Waffenschmiede, Ciseleure, Graveure, Kunstschlosser, Modelleure,

Holzschnitzer, Möbeltischler u. s. f. eine höhere fachliche Ausbildung erlangen können,

von 9 bis u Uhr Vormittags und von z bis 6 Uhr Nachmittags; der Abend- und Sonnlagsunterricht

 jeden Dienstag und Donnerstag von 5 bis 7 Uhr Abends und Sonntags von

8 bis i: Uhr statt.

Alle diese Schulen erfreuen sich aber keines so zahlreichen und nachhaltigen

 Besuches, wie dies zu wünschen Ware; derselbe steht nicht im Verhältniss zu

der grossen Anzahl Gesellen und Lehrlinge, die sich in Prag in Verwendung befinden.

Vorwiegend trägt daran die lndolenz Derjenigen selbst Schuld, um derentwillen diese Anstalten

 zunächst in's Leben gerufen wurden.

Aber auch die Arbeitgeber, die doch nach dem Gesetze (Q- 95 der Gewerbeordnung)

verpflichtet sind, ihre Lehrlinge zum Besuche der bestehenden Fortbildungs- und Fachschulen

 zu verhalten, schenken der Sache nicht die gebührende Beachtung, obwohl sie dies

im eigensten Interesse gelegen finden sollten, weil der Nutzen, welchen ihre Arbeiter aus

dem Unterrichte ziehen, auch ihnen Wieder zu Gute käme.

KLEINERE MITTHEILUNGEN.

Se. kais. Hoheit der durch}. Herr Erzherzog-Protector hat den Fürsten

Richard Metternich-Winneburg und den Grafen CarlLanckoronski-B

 rzezic zu Curatoren, ferner den Dr. Victor d e S tue rs, königl.

niederländischen Referendar im Ministerium des Innern , in Haag , den

Architekten J. P. H. C u y p e r s in Amsterdam und den Architekten

J. J. Wind ers inAntwerpen zu Correspondenten desMuseums ernannt.

(Das Gebäude der Kunstgewerbeschule) wurde am 22. October

 von Sr. k. und k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Rainer

und am folgenden Tage von Sr. Excellenz dem Herrn Unterrichtsminister

Dr. v. Stremayr eingehend besichtigt. Sowohl der durchlauchtigste Herr

Erzherzog-Protector als der Herr Unterrichtsminister sprachen sich voll

Anerkennung über den schönen und zweckmässigen Bau aus und betonten

insbesondere, dass es wohlthuend berühre, dass jeder unnöthige Aufwand

und Luxus in der Einrichtung und Ausstattung des Gebäudes ferngehalten

wurde. Oberbaurath v. Ferstel, welcher als Architekt die Ftihrerschaft

durch die Räume der Kunstgewerbeschule übernommen, hatte die Ehre,

mehrere Mitglieder der Bauleitung vorzustellen.

(Kunstgewerbesohnle) Die Stundeneintheilung für das

Wintersemester i877[78 ist folgende: Sämmtliche Fachschulen und der

Lehrerbildungscurs sind geöffnet täglich von 8-5 Uhr; die Vorbereitungsschule

 Montag bis Freitag von 8-12. und von 5-7 Uhr rnit Ausnahme

des Montags Abends. Die theoretischen Fächer werden vorgetragen:

Montag 2-5: Stillehre, 5-6: Kunstgeschichte, 6-7: Anatomie ; Dienstag

2H5: technisches Zeichnen; Mittwoch 2-5". Stillehre der Gefässe und

Geräthe; Donnerstag 2-5: Stillehre; Freitag 2-5: technisches Zeichnen;

Samstag bgö: Anatomie, 6-7: Kunstgeschichte.

(Besuch des Museums.) Die Sammlungen des Museums wurden im Monat

October von 15.502, die Bibliothek von 1614 Personen besucht.

(Vorlesungen im Museum.) Herr Professor Benndorf wird nicht

über Mykenae, sondern über den Zeus von Olympia vortragen.
            
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