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bilden die stylvollen Arbeiten und Zeichnungen, welche von den Schülerinnen der Mädchen-Gewerbescbule
geliefert worden sind; zusammen mit denselben erscheinen die Originale zu den
Bildern des berühmten Prachtwerkes von Kel l er- L euz i nger über Brasilien, deren Urheber,
jetzt Professor an der hiesigen Gewerbeschule, diese Originale nebst vielen andern prachtvollen
Sachen im Museum ausgestellt hat. Bei diesem Anlasse möge bemerkt werden,
dass ein nicht unerheblicher Theil der Sammlungen des Museums aus Geschenken herrührt,
ein anderer Theil aus Ankaufen, welche schon seit einer Reihe von Jahren aus den
bescheidenen, durch freiwillige Beitrage entstandenen Mitteln des Vereines, dem die Gründung
des Museums und dessen nunmehrige Uebernahme durch die Stadt Hamburg zu
verdanken ist, beschafft wurde. Jetzt allerdings, wo ein würdiger Grundstock besteht, und
reichliche Mittel zu dessen steter Erweiterung und Ergänzung bewilligt sind, ist es nicht
schwer das Museum mehr und mehr zu bereichern und zu vervollständigen, und es ist
zu hoffen, dass es auch fernerhin an freiwilligen Spenden nicht fehlen werde. Jedenfalls
ist man den Mannern grossen Dank schuldig, welche die harte Arbeit auf sich nahmen,
einen unscheinbaren Grund zu legen und die Gemüther allmählich an die Vorstellung von
der Nothwendigkeit und Zeitgemassheit eines solchen Institutes zu gewöhnen - eine
Arbeit, von welcher man sagen kann, dass sie erst mit den Eindrücken der Wiener Weltausstellung
ihr Ende erreicht hat. Von diesen Männern sind, ausser dem nunmehrigen
Director des Museums, Herrn Dr. Brinckmann, die Herren Vivie, Gewerbeschuldirector
Jessen, Steinert, Wehnke, Stuhlmann zu nennen. Von der standigen
Ausstellung hiesiger gewerblicher Erzeugnisse, welche mit dem Museum verbunden sein
soll, sind allerdings erst Anfange vorhanden (Maschinen, prachtvolle Tapetenstolfe, musikalische
Instrumente u. dgl.), doch ist nicht zu zweifeln, dass auch diese Anstalt sich in
erfreulicher Weise entfalten werde.
(Majolikaiabrieatlon in Berlin.) Das Atelier für Majolikaarbeiten im Gewerbemuseum
in Berlin ist aufgelöst worden und der dort beschäftigt gewesene italienische
Künstler nach Italien zurückgereist. Dagegen vernimmt man, dass der Handelsniinister
die Versuche zur Förderung der Majolikatechnik in der k. Porcellanmanufactur fortsetzen
wird.
(Die akademische Kunstausstellung in Berlin) wurde in dem provisorisch für
dieselbe errichteten Ausstellungsgebaude am i. September d. J. eröffnet. Die Einlieferuug
von Kunstgegenständen war eine sehr beträchtliche; auch ausländische Künstler haben sich
in verhaltnissmassig reger Weise betheiligt, so dass der Versuch, alljährlich eine akademische
Ausstellung in der Reichshauptstadt zu veranstalten, wohl als geglückt betrachtet
werden kann. Die Bedenken, welche gegen das Project, den Zeitraum der Ausstellungen
von zwei auf ein Jahr zu verkürzen, sich von verschiedenen Seiten geltend machten, haben
sich grösstentheils als unbegründet erwiesen, obwohl nicht zu leugnen ist, dass der Ausführung
desselben die m der deutschen Malerei und Bildhauerkunst herrschende Zersplitterung
hindernd in den Weg trat. Seit dem Amtsantritt des jetzigen Cultusministers sind
von Seiten der Centralstelle anerkennenswerthe Bestrebungen bemerkbar geworden , welche
durch Errichtung von Malerschulen, Erweiterung der Kunstakademie, Heranziehung anerkannt
vorzüglicher Lehrmeister und vermehrten Ankauf von Kunstwerken auf Staatskosten
Berlin zum Mittelpunkte des deutschen Kunstlebens zu gestalten suchen. Es ist erklarlich,
dass dieser erfreuliche Umschwung in dem Verhalten der Regierung zu den Künstlern nicht
sofort durchschlagende Erfolge aufweisen kann, doch sind die erzielten Resultate immerhin
so bedeutend und vielversprechend für die Zukunft, dass sich die segensreichsten Folgen
davon erwarten lassen. Das Bestreben der Regierung, die Kunst zu heben und zu fordern,
findet in den betreffenden Künstlerkreisen volle Würdigung, da dieselben gerade
ietzt in Folge des finanziellen Mißstandes auf Privaiunterstützung leider nicht sehr rechnen
können.
(Gompagnie de verres et mosaiqnes de Venise et Murano.) Ein Circular
setzt uns in Kenntniss davon, dass die unter dem Namen Salviati 8: Camp. weltbekannte
Fabrik von Gläsern und Mosaiken in Venedig wihre frühere und herkömmliche
Firma: Compagnie de Venise et Murano wieder angenommen-i habe und unter der Direction
des Herrn G. Castellani, ausgestattet mit reichlichen finanziellen Mitteln bestrebt
sein werde, ihren Ruf zu erhalten. Da der Person des Dr. A. Salviati in diesem Rundschreiben
keinerlei Erwähnung geschieht, so scheint es, als ob derselbe an dem Unternehmen
nicht mehr betheiligt ware. Um so mehr halten wir es für Pllicht, daran zu
erinnern, dass nicht erst - wie das Rundschreiben glauben machen könnte - durch die
im Jahre 1866 gegründete Actiengesellschaft, sondern bereits sechs bis acht Jahre früher,
und zwar ausschliesslich durch die Bemühungen des Dr. Salviati, die venezianische
Glas- und Mosaikfabrication wieder belebt worden ist und dass jene Gesellschaft nur gegründet
werden musste, weil die Durchführung seines grossen Unternehmens die Kräfte
eines Privatmannes überstieg. Wenn die neue Compagnie de Venise et Murano die unvergänglichen
Verdienste dieses einen Mannes um die Kunstindustrie Venedigs und um die