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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 150)

System der Fachschulen vorbereiten. Sonst steht letzteres halb und halb

in der Luft. Da die Fachschulen selbst im Geiste der Zeit liegen und um

directesten zur Förderung der Gewerbe beitragen, so darf nichts versäumt

werden, sie zu consolidiren. Es ist vielleicht nicht nöthig, die erwähnte

elementare gewerbliche Arbeitsschule überall obligatorisch zu machen, -

es ist das weder nöthig, noch möglich. Aber es ist diese dort wünschenswerth,

 wo der Boden für ein gewerbliches Leben vorhanden ist, und wo

alle Umstände sich vereinigen, die Kinder schon frühzeitig zu gewerblicher

Thätigkeit heranzuziehen.

Nichts ist schädlicher als das Generalisiren. Aufgaben des gewerblichen

 Unterrichtes sollten immer concret behandelt, und auf concreter

Basis durchgeführt werden. Wie zur Zeit Friedrich des Grossen (1765)

die mit der Volksschule verbundenen Spinnschulen'), durch die Ausdehnung

des Spinnunterrichtes auf alle Volksschulen, Schilibruch litten, so würde

auch der elementare gewerbliche Unterricht in der Volksschule durch ein

unnöthiges Generalisiren geschädigt, denn jeder, welcher die Bedürfnisse

des Gewerbemannes, insbesondere die Bedürfnisse der eigentlichen Industriegebiete,

 wo I-Iausindustrie getrieben, oder eine grosse locale Industrie

geübt wird, zu beurtheilen weiss, wird sagen müssen, dass wenn man

durch die Schule dem Gewerbestande oder den eigentlichen Gewerbetreibenden

 eine Wohlthat zu erzeigen beabsichtigt, dies nur dadurch geschehen

 kann, indem das Problem gelöst wird, eine elementare gewerbliche

 Arbeitsschule, die noch nicht existirt, zu schaffen und mit

der Volksschule in eine innige Verbindung zu bringen. Bestrebungen

 ähnlicher Art treten in England, besonders in Dänemark auf.

Ich habe diesen Gedanken mit einigen Gesetzeskundigen ventilirt, und die

Meinung aussprechen hören, dass das bestehende Volksschulgesetz nicht

absolut hinderlich sei, diese Idee zu realisiren. Wird dieser Gedanke

von Fachleuten acceptirt, so wird die Form gefunden werden können, um

dem pädagogischen Probleme der Verbindung der Volksschule mit der

gewerblichen Arbeitsschule zum Durchbruche zu verhelfen.

Um mich mit voller Deutlichkeit aussprechen zu können, sei es mir

noch gestattet, das Gebiet der Kunst zu berühren, das ja mit der gewerblichen

 Technik in einem ganz innigen Zusammenhange steht. Denn,

wenn man frägt, worin liegt der Unterschied zwischen der Kunstbildung

unseres Jahrhunderts und der Kunstbildung des 15., 16. und 17. Jahrhunderts,

 so wird derselbe wesentlich darin gefunden werden, dass die

Künstler der gegenwärtigen Zeit in der Technik ausserordentlich unsicher

sind, trotz ihrer grossen geistigen Bildung, während die Künstler des 15.,

16. und 17. Jahrhunderts relativ weniger gebildet, aber in der Technik

ungemein geübt waren und mit Sicherheit arbeiteten. Der Grund, warum

die Sicherheit auf der einen Seite vorhanden war, während anderseits die



') Beckmann, wßeiträge etc.- Göttingen 1791. XII. Band, S. 195 E.
            
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