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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 150)

Mit diesen Glasgemälden sind wir zur Wohnung gekommen, deren

Ausstattung auf der Weihnachts-Ausstellung diesmal ungewöhnlich reich

vertreten ist. Es lässt sich mit einiger Combination sogar eineArt Ueberschau

 machen über das, was heute bei uns im Gebiete der Möbelfabrication

geschaden wird. Dabei lassen sich drei verschiedene Genres unterscheiden.

Das eine davon, das ganz oder bisher ganz moderne, ist eine sehr nüchterne,

kalte Tischlerarchitektur ohne eigentlichen Styl, dünne Verhältnisse, viel

Politur und Glanz, elegantes Holz und bei Kästen oder, Credenzen viel

Anwendung der unglückseligen mattirten oder weissen, mit allerlei Zeichg

nung versehenen Gläser. Von solcher Art gibt es noch eine ziemliche

Anzahl von Gegenständen auf der Ausstellung.

Diuem am weitesten gegenüber steht ein Genre von Möbeln, welche,

meist aus solidem Eichenholze solid gebaut, sich an die ausgebildeten

Möbelformen der späteren Renaissance anschliessen. In richtiger Benützung

bietet diese Zeit und Art auch wohl diejenigen Motive, welche sich für

eine künstlerische Wohnung am besten verwenden lassen. Man sieht daher

mit Vergnügen diese Art sich ausbreiten, vom Speisezimmer auf Herrenund

 Bibliotheltzimmer übergehen, von kühneren Gemüthern auch schon

für den Salon verwendet werden. Doch muss man sagen, dass bequeme

Sitzrnöbel - sie erhalten meist zu viel von Architektur und zu wenig

vom Divan - ihr noch selten gelungen sind. Im Standmöbel dagegen,

in Credenzen, Buffets, Tischen, zeigt auch die Weihnachts-Ausstellung

manches Gute in ihrer Weise, z. B. die Arbeiten von Hartan, Fehlinger,

 lrmler, Ungethüm.

Zwischen beiden Arten in der Mitte steht die dritte, welche ältere

Motive zu modernisiren, sie mit Wahrung des anheimelnden oder des

künstlerischen Charakters mehr in moderne Eleganz zu verwandeln trachtet.

Dahin gehören die Möbelstücke, welche diesmal Schönthaler ausgestellt

hat, dahin die Schlafzimmereinrichtung von Baar mit vielleicht überzierliehen

 Ornamenten, dahin insbesondere auch die ziemlich zahlreichen

schwarzen Möbel, so die von B. Ludwig, und desgleichen ein Kasten

von Faul, nach Zeichnung _des Architekten Theyer ausgeführt - dieser

wie jene an sich treßliche und gelungene Arbeiten. Dahin gehören auch

die Möbel von Schottenhaml, der nur seinen schwarzen Tisch auch

mit schwarzem Wollstofe überzogen und dadurch sargartig gemacht hat.

Es gibt hier wohl eine Grenze in der Anwendung des Schwarz, sonst verwandeln

 wir das Zimmer in eine Todtenkammer.

Zwischen diesen drei bestimmt unterschiedenen Arten laufen nun auch

wohl allerlei Spielformen einher. Das Bemerkenswertheste davon auf der

Ausstellung ist wohl die ganze Einrichtung aus Urgrossvater-Zeit, welche

Scherb in Ischl ausgestellt hat: reiche, verzopfte Formen mit geschweiften

Linien, gedrehten Säulen, Einlagen von Zinn und Holz, und so gut in

alter Art gemacht} dass sie selbst für alt gehalten worden sind. Es ist

jedenfalls geschickte und charakteristische Arbeit, aber dem talentvollen

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