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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 153)

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E. Högg, Hauptlehrer an der gewerbl. Fortbildungschule zu Heilbronn.

 1. Liefg. Ebenda.

Diese beiden, durch die kgl. württembergischen Centralbehörden für Gewerbe und

Handel veranstalteten Publicationen gehen von dem praktischen Gedanken aus, den Schülern

 von Fortbildungsschulen, an welchen Styllehre als eigenes Fach nicht vorgetragen

wird, durch das Copiren charakteristischer Erzeugnisse der Haupt-Stylperioden eine Vorstellung

 von dem Charakter der letzteren zu geben; ebenso ist es zu billigen, dass vornehmlich

 Gegenstände ausgewählt werden, welche unmittelbar oder doch ohne wesentliche

 Veränderung sich auch den Bedürfnissen der Gegenwart anpassen lassen. Dem

praktischen Zwecke entspricht die Darstellung in geometrischen Ansichten und bei dem

Möbelwerk die Beigabe von Detailblattern, der entsprechend die Abwickelung der Ornamente

 der Goldgefässe etc. wenigstens in mehreren Fallen zu wünschen wäre. ln der

Glöcklefschen Publication, welche fünf Serien annimmt: Romanisches, Gothisches, Renaissance,

 Arbeiten des XVlll. Jahrh., Modernes mit oder ohne Benutzung anderer Stylarten,

 scheint die (styllose) Gegenwart (3 Blätter auf 7 aus allen früheren Perioden) doch

über Gebühr bevorzugt und würde, schon da das Werk auch für Decorateure etc. bestimmt

 ist, der Orient mindestens einige Berücksichtigung verdienen.

G efä sse d er deutsch en R enai ssance (Punzenarbeiten), herausgegeben

 vom bairischen Gewerbemuseum in Nürnberg. Titel, Vorwort

und 9 Heliographien. Nürnberg, Verlag der Friedr. Korn'schen Buchhandlung,

 1878. Fol.

Der Verfasser des Vorwortes dieses Werkes, Dr. O. v. Schorn, bezeichnet dasselbe

als eine Fortsetzung der Publication, welche das Oesterr. Museum 1876 im Auftrage des

k. k. Handelsministeriums herausgegeben hat. Wir acceptiren gerne diese Bezeichnung,

um so lieber, als dieselbe zugleich eine Anerkennung der hiesigen Leistung in sich

schliesst. Den vom Oesterr. Museum publicirten 16 Blättern reihen sich nun in dem oben

genannten Hefte neun trelfliche, in der Berliner Staatsdruckerei ausgeführte Heliographien

nach Vorlagen für Punzenarbeiten an, gleichfalls aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.

 Dieselben vertheilen sich auf eine Flasche, zwei Henkelkännchen mit Deckeln,

zwei Doppelpokale, drei Deckelpokale und einen cylinderformigen Humpen, alle von

reichster ornamentaler Ausstattung und für die Ausführung in getriebener Arbeit bestimmt.

Bezüglich des Styles und des Meisters stimmt also der Herausgeber; ganz mit der Anschauung

 des Herrn Franz Schestag überein. Einen werthvollen Beitrag zur Geschichte

der Punzenarbeiten überhaupt liefert er in der Erwähnung zweier im Besitze des Magistrates

 von Wirtenberg befindlichen vergoldeten Kupferplatten mit den gepunzten Bildnissen

 Johann Friedrichs von Sachsen (1555) und Martin Luthers (1549). Beide waren

nach den lnschriften zu urtheilen, entschieden nicht für Vervielfältigung durch Abdruck

bestimmt und sind nach dem Monogramme J. K. gewiss Arbeiten des sächsischen Goldschmiedes

 und Kupferstechers Johann Kellerdaller.

Le Tresor artistique de la France, ouvrage publie sous la direction

de M. Paul Dalloz, avec planches photochromiques de M. Leon Vidal.

Paris, quai Voltaire. Livr. l-lll. Fol.

Man könnte fast sagen, wie seinerzeit nach dem Steine der Weisen oder dem Perpetuum

 mobile, so wurde in unseren Tagen auf dem Gebiete der Photographie nach

einem Verfahren geforscht, um Lichtbilder gleich mit den natürlichen Farben des Gegenstandes

 zu erzeugen. Bereits glaubte man einige Male der Entdeckung recht nahe gekommen

 zu sein. Herr E. Becquerel brachte in der That bereits solche farbige Bilder

unmittelbar aus seinem photographischen Apparate hervor, aber nach einiger Zeit verblassten

 wieder Farbe und Bild. Herr Vidal in Paris und wie jüngst ein Bericht in der

Photographischen Gesellschaft in Wien mittheilte, Herr Albert in München setzten die

Versuche unermüdlich fort 11nd erfreuen sich nun wirklich überraschender Erfolge. Wir

sprechen diesmal blos von den Leistungen VidaPs, wie sie uns in dem oben genannten

Werke vorliegen. Diese Aufnahmen von Kunstgegenstanden aus der Galerie d'Apollon

im Louvre übertreffen in der That Alles, was bisher in mechanischen Reproductionen geleistet

 wurde, an Glanz des Metalles in Gold- und Silberfarbe, an der Durchsichtigkeil

der Emails und dem Relief der Stickerei oder getriebener Arbeit. Man vergleiche daraufhin

 die Abbildungen vom Helme und Schilde Heinrichs ll., vorn Scepter Karls d. Gr. oder

der Cassette Ludwigs des Heiligen, die Kanne Karls V. u. s. w. Vidalhennt sein Verfahren

 i-Photochromieu und dasselbe ist wohl am einfachsten und doch zutreffend dadurch

zu erklären, dass wir es mit der bekannten Chromolithographie in Vergleich setzen. Aber

die einzelnen Farbentüne und Farbenplatten, die bei der Lithographie von der Hand, also
            
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