Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 153)

Beilage {u Nr. 153 der nMittheilungen des k. k. Oesrerr. Museumsm

-1v ANWAMNNN.NNN



Die heraldisch-genealogisch-sphragistische Ausstellung

des Vereines „Adler" in Wien.

(Fortsetzung. 1

Dies ist in grossen und allgemeinen Umrissen der Inhalt des Kunstsaales; was die

Details in den diversen Schranken anbelangt, so müssen wir uns hier nur auf einige

wenige Andeutungen beschränken. Im Kasten für Keramik sind schöne verkäufliche Krüge

von den Antiquaren Blum und Schafranek in Wien, andere aus dem Besitze der Herren

Miller v. Aichholz, Graf Schönborn u. A. Italienische Majoliken, theilweise verkäuflich,

von Jafet Torelli in Florenz (Lungo le Mura S. Rosa 80), solche der Accademia Araldica

in Pisa mit ihrem Wappen und mit jenen der Malaspina und Lanfredini; dann wieder

verkautliche Teller und Pokale von Franz Schleiss, Steinwaaren-Erzeuger und Bürgermeister

 von Gmunden. Von neuen für die Ausstellung angefertigten bunten Krügen

nennen wir die Arbeiten von Fritz Thenn in Regensburg, mit den Wappen des Ausstellungs-Comiteä

 (verkäuflich). - Endlich sind noch einige Piecen des Herrn J. Klinkosch

zu erwähnen, so eine Majolika in schwarzem Rahmen, Adam und Eva vorstellend, eine

japanische Porcellansehussel mit dem Wappen von Gröningen und ein Maiolika-Teller

mit einem von Engeln gehaltenen Wappen.

Im Kasten für Glas und Medaillen haben wir vor Allem der vorzüglich vertretenen

Firma des Herrn Lobmeyr in Wien zu gedenken. dessen Pokale und Glaser die eine

Hälfte des Glasschrankes füllen; die Wappen sind grossentheils nach Dr. Otto Titan von

Hefnefs heraldischem Musterbuch gemalt. Dann folgt eine Reihe der prächtigsten alten

Glaspokale und Kelche aus den kaiserlichen Hofmuseen, dem Oesterr. Museum und aus

dem Privatbesitz. Die grosse Menge kleinerer Glasgefässe, Stingelglaser, Römer, Becher,

Flaschen, Flacon's u. dgl. wurde von vielen Privaten beigestellt; so von Sr. Erlaucht

Grafen Schönbom, Sr. Exc. Grafen Zichy, Freiherrn v. YValterskirchen, Baron Apör,

Sr. Exc. von Falbe, Ritter von Goldßgäi Mayer von Festenwald, Alfred Grenser, Josef

Matzenauer, den Antiquaren Blum in Wien, Henderik de Knyp in Amsterdam u. s. W.

Der Untertheil der Vitrine, soweit er nicht von Glas besetzt erscheint, enthält eine beträchtliche

 Anzahl von Wappentnedaillen in Edelmetall und Bronze, die von der ersten Gruppe

der kunsthistorischen Sammlungen des allerhöchsten Kaiserhauses, vom Grafen Schönborn,

Herrn Anton Widter und Herrn Ritter von Ellinger (dessen Sammlung verkauHich ist)

herrühren. An der Rückseite ist ein blaues Kästchen mit Silbertyparen des Stiftes Klosterneuburg

 und eine Serie von Petschaften, die sich durch besonders schöne Arbeit im

Stempel oder am Gritf bemerkbar machen, eingelegt.

Der dritte Schrank, der Prunkkasten par excellence birgt Pretiosen und Prachtstücke

 in Metall: Gold, Silber, Bronze und Eisen, Arbeiten in Email, und lntaglien in

Edel-, Halbedelstein und Krystall. Als moderne gediegene Kunstleistungen sind die vier

Piecen des hohen souverainen Maltheserordens in Böhmen: Votivkelch, Doppelsiegelstock,

Leuchter mit Drachen und durchbrochene Glocke des Capiteltisches aufzuzählen; hieran

reihen sich viele Pokale und Krüge Sr. Exc. des Grafen Edmund Zichy mit seinem Wappen

oder mit seinem Helmkleinod; der Cocosnussbecher des Freiherrn Roderich v. Walterskirchen

 mit den drei Wappen Balassa, Mindzenti und Merei; die Doppel-Scheuer des Herrn

v. Dachenhausen aus Buchsbaum mit seinem NVappen; die beiden Zunftbecher und der

Münzkrug des Freiherrn Nathaniel von Rothschild, die überaus prächtige, mit Karneen reich

besetzte Achatschale und Gemmenbüchse, sowie Becken und Kanne Sr. Erlaucht des Grafen

Schönborn, der Deckelkelch des Herrn Klinkosch, die beiden Bronze-Reiter (ieu d'armes)

aus dem fünfzehnten Jahrhundert, der l. Gruppe der kunsthistorischen Sammlungen des a. h.

Kaiserhauses entnommen, die Tischglocke des Augsburger Bürgermeisters Zäh, von Dr. Felix

Ritter von Luschan dahier, die Uhr mit dem Wappen der Grafen Gyulaijausgestellt vom

Grafen Kornis, und jene von den Brüdern Egger (verkaullich), die beiden Uhren von

Frau Kritsch in Krems und Herrn Herber in Wien, die grosse Schüssel sammt Kanne des

Antiquars Steiner in Innsbruck (verltäullich), die zwei süperben Elfenbeinstücke Sr. Exc.

des Freiherrn von Reischach: die Madonna mit dem Maltheserkreuz um den Hals, und

das Petschaft, dessen Gritf Saturn darstellt, der den Tod am Rücken tragt u. s. w. Auch

die rund herum am Untertheile des Kastens ausgestellten Gegenstände haben ausser dem
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.