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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 153)

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erfüllt werden, sondern durch die Vorzüglichkeit und Sorgfalt der Wahl

des Geborenen. Die Ausstellung sollte eine Geschrnacksausstellung werden.

Es waren gewiss geistvolle und denkende Männer, welche dieses Programm

 entworfen haben und sie würden sicher Dank geerntet haben,

wenn es möglich gewesen wäre, dieses Programm in Wahrheit auch

durchzuführen. Aber leider kam dasselbe nur theilweise zur Ausführung

und nur sehr wenige Abtheilungen am Marsfelde machen den Eindruck

einer Eliteausstellung, wie dies in einigen Abtheilungen der österreichischen

Ausstellung der Fall ist. lrn Ganzen und im Grossen kann man sagen,

dass fast bei allen Nationen die Männer, in deren Hände die Ausstellung

gelegt wurde, wir mögen Frankreich oder Spanien, Italien oder sonst ein

Land in Betrachtung ziehen, der Aufgabe, eine Eliteausstellung zu veranstalten,

 nicht gewachsen waren. In vielen Abtheilungen dominirt die

Handelswaare; überall drängt sich der rein geschäftliche Standpunkt in

den Vordergrund. Die Japanesen haben diesen Standpunkt mit kaufmännischer

 Virtuosität durchgeführt, theilweise auch die Engländer. Die

Franzosen, sonst so pünktlich, sind zu spät fertig geworden, und bringen

viele und wohlfeile Marktwaare, die umsomehr sich aufdrängt, als die

Franzosen bemüht sind, wohlfeil zu produciren, und die auswärtigen Concurrenten

 durch billige, nur theilweise auch gute Waaren zu verdrängen.

Das Streben, die Ausstellung wie einen Markt auszubeuten,.verrückte den

Ausgangs- und Zielpunkt derselben. Daher kommt es auch, dass diese Ausstellung

 nicht jenen vornehmen Charakter an sich trägt, wie man es eben

von einer Eliteausstellung verlangen könnte. Neben den feinsten und vornehmsten

 Gegenständen sieht man die gewöhnlichste Handelswaare, neben

Objets d'Arts im eminenten Sinne des Wortes, die grössten Verirrungen

industriellen Speculationsgeistes; das Gewöhnliche erdrückt das Bedeutende,

das kaufmännische Geschäft dominirt und von einer Eliteausstellung kann

diesmal in Paris keine Rede sein.

Zu allen diesen geschilderten Verhältnissen körnmt auch noch der

Umstand hinzu, dass die Ausstellung am Eröffnungstage unfertig war

und wahrscheinlicherweise auch bis Ende Mai bleiben wird. Es ist nicht

blos die äussere Unfertigkeit, die unangenehm berührt, sondern die Unfertigkeit

 der Ausstellung selbst, vor Allem der Mangel eines offiziellen

Ausstellungskataloges. Vergleicht man nach dieser Seite hin die

heurige mit der letzten Pariser Weltausstellung, die im April eröffnet

wurde, so kann man die französische Ausstellungscommission von dem

Vorwurfe nicht freisprechen, dass sie ihre Aufgabe zu leicht genommen

hat. Man hat erwartet, dass wenigstens die französische Abtheilung in

den ersten Tagen nach der Eröffnung fertig sein werde, man hat gehofft,

dass sie dem Publicum einen fertigen Katalog liefern wird, - weder das

eine noch das andere ist geschehen. Die Engländer und die Holländer

sind die Einzigen, welche mit dem Katalog fertig geworden sind; nur

England und Japan haben am Tage der Eröffnung das Bild einer fertigen

8.
            
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