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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1888 / 5)

Fabrik möchten wir auch das Waschbecken sammt Wasserbehälter aus

Schlosshof (471-472), verziert in der Art von Rouen, zuweisen. -

Erwünschte Ergänzungen auf diesem Gebiete bilden einige schöne Erzeugnisse

 von Seirres und Meißen, wie die Büsten der Königin Marie

Antoinette und ihres Gemahls, ein Schreibzeug, ein Tafel-Service, drei

prachtvolle Schalen mit Untertassen aus dem Besitze des Erzherzogs

Rainer (56r-563), das Figürchen eines Cavaliers in kniender Stellung,

und m. A.

Ebenso wie die Ausstellung der keramischen Objecte, gibt die

Sammlung prächtig ornamentirter Gläser ein deutliches Bild der guten

und festen Kunst-Traditionen, welche zu jener Zeit auf allen Gebieten

des österr. Kunstgewerbes zu finden waren. Mehr als die Hälfte dieser

gravirten und in Gold clecorirten Pokale, Schalen, Becher und Flaschen

stammt aus dem Besitze des Grafen Edmund Zichy. Zu den vorzüglichsten

 Arbeiten gehört ein Stück aus dem Besitze des Grafen Hugo

Abensperg-Traun (336), ein muschelförmiges Glasgefäß auf Fuß mit

Deckel, in vergoldetes Silber gefasst und mit geschliffenen Ornamenten

verziert sowie ein Glasbecken mit kronenartig ausgeschnittenem Rande

(373). Dieses ist geschmückt mit dem Wappen der Prinzen Concle, mit

Jagclscenen und Ornamenten. Ferner muss auf die Jagdgarnitur der

Kaiserin, auf die mit schwarzen Zeichnungen decorirten Gläser und auf

die doppelwandigen mit Goldverzierungen oft in bewunderungswürdiger

Feinheit ausgestatteten Gläser aus Guttenbrunn bei Zwettl hingewiesen

werden.

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Die Goldschmiedekunst mit ihren verwandten Techniken, der

E m a i l- und J u w e l i r a r b e i t, ist wie kein anderes Kunstgewerbe

geeignet, uns die Verfeinerung aller Lebensformen in den höchsten Kreisen

der Gesellschaft des 18. Jahrhunderts deutlich vor Augen zu führen. Die

Ausstellung bietet uns von derartigen Dingen eine solche Fülle und in

dieser Fülle wieder Arbeiten so vorzüglicher Art, dass es unmöglich ist,

hier auf alles das einzugehen, was einer Besprechung würdig wäre, und

wir nur einzelne, besonders schöne Arbeiten aus der Menge herausgreifen

können. Da ist vor Allem aus der Schatzkammer des allerhöchsten Kaiserhauses

 ein Theil des Habsburg-Lothringischen Hausschatzes (882-883).

Ein Toilette- und ein Frühstücks-Service sowie ein Tafelaufsatz, nehmen

die Blicke vor Allem durch ihre prunkvolle Ausführung gefangen. Viele

andere Objecte bestechen durch ihren Reichthurn an Brillanten und Edelsteinen,

 wie einzelne Waffen, Orden und Schmuckarbeiten. Kunstindustrielles

 Interesse haben namentlich einige Tabatieren und Fächer,

während die zu Bijouterien verwendeten Miniaturmalereien und Cameen

schon mit der hohen Kunst in naher Beziehung stehen. Weniger bekannt

als diese prächtigen Stücke der kais. Schatzkammer sind aber die

meisten anderen der ausgestellten Objecte wie die verschiedenen Gefäße
            
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