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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1888 / 5)

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nur eine kleine Auswahl von Porträtstichen und Flugblättern, Darstellungen

verschiedener festlicher Aufzüge, Trauergerliste u. s. f. getroffen werden,

welche allerdings neben dem costüm- und localgeschichtlichen des kunsthistorischen

 Interesses nicht entbehrt. Nennen wir das Unterrichtsbuch

der österreichischen Erzherzoge, bestehend aus 32 von Phil. v. Rotenberg

gemalten Bildtafeln für den Anschauungsunterricht (81), dann einige aus

der Bibliothek des k. k. Unterrichtsministeriums entnommene, zumeist

bei Trattner gedruckte Lehrbücher, mehrere bekannte Fest-Diarien, wie

Kriegl's Beschreibung der Erhhuldigung in Wien vom Jahre 1740, RamhoEsky's

 Beschreibungen der Prager Huldigungsfestlichkeiten von 1743

und das von dem "vchurpfaltz-bayerischen Cammerherrnu J. C. Kaukol

1729 in Kupferstichen herausgegebene Gebetbuch "Christlicher Seelenschatzu

 mit seinen für die Zeit so charakteristischen zierlichen Zügen

und kunstvollen Linienverschlingungen, ein Geschenk der Kaiserin an

die Gräfin Erdödy (98) _ diesem in der Ausstattung sehr verwandt ist

ein Manuscript mit demselben Titel von 1718 (96), - so haben wir

Alles hervorgehoben, was unter den Büchern auch an sich und nicht

durch die Personen seiner einstigen Besitzer allein Interesse bietet, denn

die von Maria Theresia veranlassten oder unterstützten Prachtwerke der

Reichs- und Hof-Buchdrucker Kaliwoda, Kurtzböck und Trattner sind auf

der Ausstellung nicht vertreten.

Die Geschichte der österreichischen Kupferstecherkunst zur

Zeit der Kaiserin Maria Theresia knüpft sich vornehmlich an die hochragende

 Künstlergestalt Jacob Schmutzefs. Er war zuerst ein Schüler des

Medailleurs Matthäus Donner und erhielt an der Akademie Unterricht im

Figurenzeichnen, Malen und Bossiren. Zu seiner weiteren Ausbildung sandte

ihn die Kaiserin über Kaunitz" Vorschlag im Jahre 1762 nach Paris zu dem

seiner brillanten Technik wegen damals in ganz Europa berühmten Kupferstecher

 Joh. Georg Wille, und als er mit reichen Erfolgen 1766 nach Wien

zurückkehrte, ernannte ihn Maria Theresia zum Hof-Kupferstecher und Director

 der am 1. Juli desselben Jahres eröffneten Kupferstecherschule, welche

schon wenige Monate später, am 10. November, den Titel einer k. k. Kupferstecher-Akademie

 erhielt. ln der meisterhaften, sicheren Führung des Grabstichels

 kam Schmutzer seinem Lehrer Wille fast gleich, besonders bei seinen

großen Stichen nach Gemälden von Rubens. Aber auch als Porträtstecher

steht er neben den besten gleichzeitigen Meistern in Frankreich und den

Niederlanden. Zeuge dessen ist auf der Ausstellung sein Bildniss des

Fürsten Kaunitz (476). - Gleichzeitig mit Schmutzer kam auch der

Augsburger Schabkiinstler Johann Gottfried Haid, der sich in London

gebildet hatte, nach Wien und gründete hier mit Unterstützung des

kaiserlichen Hofes eine Specialschule für Schabkunst, welche späterhin

der Kupferstecher-Akademie einverleibt wurde. Haid's Schabkunstblätter

reichen zwar nicht an die der gleichzeitigen englischen Meister hinan,

sie sind nicht so frei und vornehm in der Auffassung, nicht so fein in
            
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