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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1888 / 7)

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S0 werden die auf Kosten des Huftiteltaxen-Fonds angefertigten 
Gegenstände unbedingt als die glänzendsten Proben der Leistungsfähig- 
keit auf verschiedenen Gebieten anzusehen sein. lhnen schließt sich nicht 
nur räumlich die einheitlich angeordnete Ausstellung des Wiener Kunst- 
gewerbevereins an. Naturgemäß greifen auch die Gruppe vlndustrie für 
Wohnungseinrichtung und Decorationu und die Collectiv-Ausstellung der 
Kunst- und Möbeltischler über den engsten Rahmen hinaus; in jedem 
Sinne am glänzendsten ist die Kunstglasfabrication vertreten. 
In einem Glaskasten sind die Goldschmiede- und Emailarbeiten zu- 
sammengestellt, welche im Laufe der letzten Jahre für den Hoftitelfond 
bestellt worden waren: der Brustschmuck mit Perlen nach Zeichnung 
von Storck von Bacher, die Nachbildung des Holbein'schen Seymour- 
Pocals von Kautsch, das Schreibtischgeräth mit Goldniello nach Zeichnung 
von Herdtle von Lustig, die Bonbonniere von demselben, die kleine 
Schmuckschale von Kleeberg, Kanne und Schale mit Lirnusiner Email 
von Fräul. Wahrmund, Emaildose von Fräul. Stempkowska. Als neu 
erscheinen ein Schreibgeräth von Prof. Macht mit höchst interressanter 
und feinwirkendcr Anwendung des farblosen durchsichtigen Schmelz- 
glases auf Kupfergrund, ein Prunkschrank mit reicher, meisterhaft aus- 
geführter Einlegearbeit von F. Michel, zwei Wandleuchter in Bronze 
und farbigem Glase, entworfen von Storck, ausgeführt von Dziedzinsky 
8c Hanusch und Bakalowits. Um die Bedeutung der kleinen Ausstellung 
des Kunstgewerbevereins zu charakterisiren. genügt die Nennung der 
Namen Lobmeyr, Bakalowits, Lötz' Witwe, Stölzle (Glas), Stellmacher, 
Rädler 8c Pilz, Erndt (Keramik), Haas 8c Söhne, Luckschanderl 8c Chwalla, 
Hassa (Textilkunst), Michel, Chr. Schneider, Trötscher, Klöpfer, Nieder- 
moser, Bösendorfer, Köhler, Eder, Portois 8c Fix, Reschenhofer, St. 
Schulz (Möbel), A. Klein, Rodeck, Franke, Papke (Leder- und Buch- 
binderarbeiten), Köchen, Lustig, Dziedzinsky 8t Hanusch, Waschmann, 
Adler, Bergmann, Lux, Wilhelm (Metall), H. Macht und dessen Schü- 
lerinnen (Emailmalerei). 
Durch die hier genannten Glaslirmen, ferner die Fabriken Graf 
Harrach in Neuwelt, Graf Kinsky's Erben in Bürgstein, Reich, Schreiber 
S! NeEen, Waniäek in Hirschenwies ist die österreichische Glasindustrie 
in seltener Reichhaltigkeit und Mannigfaltigkeit zur Anschauung gebracht. 
Ueberall erfreut der vorzügliche KlarschliH, in Farben-, und namentlich 
in Ueberfangglas sind verschiedene interessante Neuigkeiten vorgeführt, 
durch die Verbindung von Gravirung und Vergoldung, sowie durch An- 
wendung durchsichtiger Schmelzfarben sind äußerst günstige Wirkungen 
erzielt worden; daneben fehlen nicht der Brillantschliif nach englischer 
Art, venetianisches Fadenglas, venetianische Spiegel und sogar venetia- 
nisches Glas mit farbiger Bemalung, - freilich auch nicht Glas, welchem 
künstlich das Aussehen irgend eines anderen Stoffes gegeben worden ist, 
und Neuerungen im Decor, zu deren Rechtfertigung eben nur gesagt
	        

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