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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1889 / 1)

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die einzelnen Techniken durch und zeigt, wie eine fortlaufende Entwickelungsgeschichte

des Emails und der verschiedenen Goldschmiedetechniken sich aus dern Schutze herauslesen

 lasse. Er gibt Unterschiede gegen die rheinischen und lirnousinischen Arbeiten

an, sowie gewisse Praktiken des Mittelalters, welche die Arbeit erleichterten; er zeigt,

wie das Mittelalter bei einer billigen Waere nicht auf äußere, fast rauschende Ausstattung

bedacht war, sondern dem billigen Materiale die entsprechende Zier gab. Er erwahnt

eine ganz besonders seltene Zinngussarbeit, zeigt. wie auch die Tischlerarbeit sich im

Mittelalter vervollkommnet habe, und fuhrt die Fortschritte der Schlasserei an, die im

Schatze sich erkennen lassen.

Tuchtig geschult, auf dem goldenen Boden Jahrhunderte langer Praxis sich bewegend:

 so kommt das Gewerbe an die Wende der neueren Zeit. Aber die gothische

Schablone hat der künstlerischen Weiterbildung doch einen, noch dazu so bequemen!

Riegel vorgeschoben. Von ltalien her weht frischer Luftzug, der wieder Formen zu

suchen antreibt, die nicht einer fremden Technik -- der Architektur - entlehnt, sondern

 dern Materiale, sowie dem geistigen Gehalte der zu schaEenden Producte angepasst

 sind.

Literatur - Bericht.

liltudes iconographiques et archeologiques sur le moyen-ägepar E.Münt'z.

I. serie. (Petite bibliotheque d'art et ifarcheologie.) Paris, E. Leroux,

1887. 12". 173 S. '

Das vnrliegende erste Bändchen enthält vier nStudienu, von denen zwei auch für

die Geschichte des Kunstgewerbes von lnteresse sind. Eine betrilTt die Fußböden mit

figuralen Darstellungen vorn 4. bis 12. Jahrhundert, d. h. aus jenem Theile des Mittelalters,

 in welchem die antike Tradition noch unmittelbar fortwirkte. Eine zusammenfassende

 Betrachtung solcher Steinfußboden, wie sie sich hamentlich auf italienischem,

dann auf deutschem und französischem Boden verhaltnissmaßig zahlreich in Kirchen

erhalten haben, beweist eindringlich, dass diese echt antike Technik bei fortgesetzter

Uebung im Mittelalter auch dem lnhalte der Darstellungen nach - wenigstens sn weit

sie profanen lnhalts waren - an den überkommenen antiken Typen mit zäher Vorliebe

festhielt. - Den gleichen Nachweis der antiken Herkunft bezweckt die Studie über die

irische und angelsächsische Miniaturmnlerei im 9. Jahrhundert. Der besondere Charakter

dieser Miniaturen liegt bekanntlich in der eigenthümlichen Ornamentik, worin die Bandverschlingung

 die vornehmste Rolle spielt. Die Behauptung. dass die Elemente dieser

Ornamentik nicht auf nordischen, sondern auf antiken Ursprung zurückgehen, ist nicht

neu und sind einzelne Forscher darin noch weiter gegangen als Mtintz, der es beispielsweise

 immer noch für möglich hllt, dass das zoomorphe Drachenornament vielleicht

doch aus der germanischen Goldschmiedekunst herstammen konnte. Durch die Fülle

von Beweisdaten trägt aber auch dieser Aufsatz in wirksamer Weise dazu bei, die Zusammengehürigkeit

 der Kunst des früheren Mittelalters und derjenigen der hellenistischrümischen

 Antike immer überzeugender darzustellen. Rgl.

i

La tapisserie. Par Eugene Müntz. Nouvelle (Edition. Paris, A. Quantin

(1888). 8". 384 S. (wBibliotheque de l'enseignement des beaux-artsm)

Man weiß, wie selten die nHistoire generale de ls tapisserieu in kleinen Bibliotheken

 zu finden ist und wie dieses umfangreiche Werk für die allgemeine rasche Orientirung

 auf dem angegebenen Gebiete etwas schwerfallig ist. Der Werth der grnBen Arbeit

sei damit nicht im Mindesten geschmälert; Solchen aber, die mit geringer Muhe eine

knappe Uebersicht über die Entwickelung der Geschichte der Tapisserie erreichen wollen,

lllnn man statt der großen Publication hauptsächlich den Ikleinen Müntz- empfehlen,

wie er als guter Bekannter gelegentlich schon genannt wird. Vorn ersten Erscheinen

dieses Buches wurden die Leser dieser Zeitschrift schon im Jahrgang 1883 (auf S. 333)

unterrichtet; heute ist es schon die dritte Auflage, die zu besprechen ist. Von besonderem

 Werth sind die Abschnitte über die Tapisserien des sparen Mittelalters und

der Neuzeit, wobei des emsigen Forschers ausgebreitete Kenntnisse allerwarts zu Tage

treten. Seit dem Erscheinen der ersten Auflage ist vielerlei über den Gegenstand verotfentlicht

 worden, wie denn Muntz selbst in den vMemoires de la societe därcheologie

Lorrainen von 1883, in der -Chronique des artsu desselben Jahres und später wieder im

Jahrgang 1888 neue Mittheilungen zu machen wusste. Auch von anderer Seite ist die

Geschichte und Denkmller-Statistik der Nadelmnlerei- gefordert worden, so durch die
            
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