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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1889 / 1)

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Peristyls gelten könne, bin aber davon bei näherer Erwägung wieder

abgekommen. Atrium und Peristyl sind die beiden Herzkammern des

gräco-italischen Hauses, und können durch ein anderes Bauorgan -- das

überdies wasserlos, das kein lmpluvium ist - kaum ersetzt werden.

Wir haben es hier offenbar mit einer ungewöhnlich ausgedehnten, in

ihren Nebenräuruen beliebig vervielfachten Hausanlage zu thun - und

der Kryptoporticus, der sich nach der anderen, uns unbekannten Seite

hin weiter fortsetzte, ist wohl nur eine stark betonte Cäsur in dem

großen Rhythmus der ganzen Anlage. Hinter dieser Pfeilerhalle lagen

wohl erst die ganz wesentlichen, internen Partien der höchst bedeutenden

Proiection. Wir finden auf dem Ausgrabungsfeld eigentlich nur das halbe

Kopfstück des gesammten Grundplanes blosgelegt.

Wir hätten daher ohne Zweifel ein sehr vornehmes Haus vor uns.

Lanciani sagt ganz richtig, dass das antike Rom wohl auch innerhalb

des nächsten Stadtbezirkes mit einem Gürtel von Gärten und Villen umgeben

 gewesen sei, wie jenes der Renaissance und der Neuzeit, und hier

ein solches distinguirtes Patrizierhaus, halb städtisch, halb ländlich, vor

uns aufgedeckt liege '). Ich rathe höher hinauf und halte diesen Bau

geradezu für einen kaiserlichen Gartenpalast, für eine Villa suburbana,

die zum augusteischen Besitz gehörte. Die näheren Belege dürfte diese

Abhandlung weiterhin bieten.

Es muss freilich ein Zeitpunkt eingetreten sein, da dieses reich ausgestattete

 römische Sanssouci vernachlässigt und aufgegeben wurde. Nur

so lässt sich die spätere Anlage des großen Weindepots in so aufdringlicher

 Nähe erklären.

Die aufgedeckten Räume der Casa Farnesina, die für unsere Untersnchung

 wichtig sind, wären folgende:

l. Der bereits erwähnte Kryptoporticus, in der Mitte mit einer

Reihenfolge von Pfeilern; die Wände mit weißem Grund, die Wandspiegel

 durch decorative Säulen mit grünen Schäften abgetheilt.

2. und 4. (nach dem beigegebenen Grundriss): Zwei schmale

Gemächer von der reichsten decorativen Ausstattung: die Wandspiegel

zinnoberroth.

3. Ein größeres Zimmer in der Mitte: die Wände schwarz mit

grünen leichten Blätterfestons zwischen Candelaberstäben, dazu ein eigenartiger

 gemalter Fries, welcher Gerichtsscenen darstellt.

5. Abermals ein länglich schmales Zimmer mit zartester decorativer

Ausstattung, und

') -L'esarne nrchitettonico della plant: sernbra dirnonstrare, che Yedificio riunisse

 i cantteri di una domus patrizin urbane, e di unn villa di delizia: il che e reso

probabile del fntto, che le continenlia dCdüCfd dell' untica eitti. erano circondnte da uns

zona meno densamente nbitata, e cosparsa di ville non dissimili da quelle, che i nostri

patrizi e principi della chiesa tornarono a creare nelll zona disabitata, durnnte i secoli

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