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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1889 / 4)

Ä

sich aus den kleinsten Anfängen nach und nach so entwickelte, dass

es heute den Anstalten ähnlicher Art auf dem Continente als Muster

dienen kann.

Seine Majestät hat die Gnade gehabt, mich letzthin in Ofen in

Audienz zu empfangen und hat sich bei dieser Gelegenheit außerordentlich

 lobend über unser Institut ausgesprochen, was ich zu Ihrer

Kenntniss zu bringen mich verpflichtet fühle.

Nach Seiner Majestät ist es zunächst unser hochverehrter Protector,

dessen Bild das Curatorium für seinen Sitzungssaal malen ließ, welcher

den wärmsten Dank unsererseits verdient, denn Er war es, welcher vor

sechsundzwanzig Jahren die Idee fasste, dem tiefgesunkenen Kunstgewerbe

in Oesterreich einen neuen Aufschwung zu geben.

Mit außerordentlich geübtem Blicke erwählte er den Professor,

nachmaligen I-Iofrath v. Eitelberger, und beauftragte ihn, seine großartigen

 Ideen zu Papier zu bringen und zu verwerthen.

Wie sehr das gelungen ist, beweist, dass jetzt nach fünfundzwanzig

Jahren sich kein Bedürfniss nach einer Aenderung der anfänglichen Organisation

 gezeigt hat.

Wir haben diesem verehrten Manne ein Andenken geweiht, welches,

solange unser Institut besteht, unvergänglich bleiben wird, während

wir den eigentlichen Protector, der die Renaissance des Kunstgewerbes

hervorrief, gottlob noch in unserer Mitte zählen und nur wünschen

können, dass derselbe noch lange seine Hand schützend und schirmend

über uns ausstrecke.

Seine kaiserliche Hoheit hat auch das Protectorat über das Kunstgewerbe

 überhaupt und insbesondere über den Kunstgewerbeverein übernommen,

 welchem wir in unseren Räumen Gastfreundschaft angeboten

haben, und zwar mit vollem Rechte, denn derselbe ist ein Gradmesser,

an dem wir erkennen, wie unsere Kunst und zunächst das Kunstgewerbe

wächst.

Bei allen Gelegenheiten, wo wir in fremden Ländern auf Ausstellungen

 vertreten waren, hat unser Institut den besten Erfolg erzielt.

Ich citire blos München, Brüssel, Antwerpen, Amsterdam und Berlin,

wo wir überall Ehre und Anerkennung ernteten.

Jetzt erlauben Sie, dass ich das Wort richte an Sie, meine verehrten

 Collegen, die durch fünfundzwanzig Jahre unter meinem Präsidium

 wirkten, und gottlob war während der ganzen langen Zeit eines

Vierteljahrhunderts in diesen Räumen nie ein Misston, nie ein Missverständniss

 zu beklagen.

Nehmen Sie meinen innigsten Dank entgegen und erlauben Sie,

dass ich in Ihrem Namen einige Worte spreche; bevollmächtigen Sie

mich hiezu.

Wir haben als Ehrengäste in unserer Mitte zu begrüßen: Seine Excellenz

 den Herrn Unterrichtsminister v. Gautsch, die beiden Sections-6.


            
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