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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1889 / 5)

am

die einzelnen Köpfe und sonstige Zierobjecte, an den Kreuzungspunkten

die Rosetten ihren Platz. Da Ginzel in einer der letzteren eine Spur

von Gold (z--3 Millimeter im Quadrat) vorfand, so war daraus zu

folgern , dass diesen schmuckartigen Haften des Gewölbezierwerkes ein

hervorleuchtender Schimmer zugedacht war, der sich aber nur auf iene

Stellen beschränkt haben mochte. Weiter nach abwärts, und ebenso in

den Zwischenstreifen schließen sich die aus den Fragmenten ergänzten Friesmotive

 an. Ueber dem Wandgesims am Ansatz der Wölbung trvar wohl

ein Doppelsaum von zwei Friesen aufeinandergereiht, ein fortlaufender und

ein durch das tiefer gestellte Bild unterbrochener. Das bewegteste Linienspiel,

 ein rhythmisch belebter Tanz der schönsten ornamentalen Gebilde

gaukelt in diesen Friesbändern weiter, sobald sie einmal im Zusammenhang

erfasst werden. Das auf solche Art nach sorgsamer Erwägung gewonnene

Totalbild der ein en Tonnendecoration hat Ginzel in einem schönen Tableau

dargestellt, welches den Sammlungen Sr. Durchl. des regierenden Fürsten

Johann von Liechtenstein angehört. Hier folgt eine verkleinerte Wiedergabe

 der Skizze, soweit sie dem nächsten Bedürfniss der Verdeutlichung

entspricht. (Fig. 6.) Die Elemente der anderen Tonne dürften nach dem

Bestand der Fragmente wohl schwerer auf die Einheit der Composition

zurückzuführen sein. -



lch komme schließlich auf die Vermuthung zurück, die ich im Ein.

gang dieser Abhandlung nachdrücklich betont habe - dass wir in der

Casa Farnesina eine halb vorstädtische Villa des augusteischen Geschlechts

vor uns haben, die manchen verschwiegenen Lustharkeiten und erotischen
            
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