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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1889 / 5)

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hervor, dass wenigstens an einzelnen Orten das Bestreben unverkennbar

ist, die Schüler zu einfachen schönen Formen und Schmückungen

anzuhalten (Beispielebieten Mübelaus Chrudim, Cortina, Grulich,Villach u. a.),

dass die Glasuren der Thonwaaren und theilweise auch der Decor von

Glas die erfreulichsten Fortschritte zeigt; dass in der Bijouterie mit vielem

Nutzen orientalische Vorbilder benutzt werden, zumal Arbeiten der Hindus,

deren Phantasie und Farbenfreude sich ebenso an dem wohlfeilsten wie

an dem kostbarsten Schmuck bewundern lassen; dass wir von Spitzen

und Stickereien bis zum geschnittenen Eisen und zu den Steinarbeiten

überall Anlass haben, uns einer handwerklichen Tüchtigkeit zu erfreuen,

welche vor keiner künstlerischen Aufgabe zurlickschrickt.

Möge der Beifall, dessen sich die Ausstellung zu erfreuen hat, nun

auch thatkräftigen Ausdruck linden, - möge das Beispiel einzelner Kunstfreunde,

 welche das Jubiläum des Museums in so dankenswerther Weise

durch Bestellung von Arbeiten mitfeierten, die neben den aus dem Hoftiteltaxenfonde

 angeschafften Kunstwerken zu den größten Zierden der

Ausstellung gehören, zahlreiche Nachfolge finden!

Das Frauenberger Glas von Caspar Lehrnann.

Die Bekanntwerdung eines mit Namen und Datum des berühmten

Verfertigers bezeichneten Glases von Caspar Lehrnann hat das Interesse

an dem Meister wieder kräftig in den Vordergrund gerückt. Ich fasse

hier zunächst zusammen, was in der Literatur, leider ohnehin sehr Spärliches,

 von demselben bekannt ist, um daran einige Bemerkungen über

das von seiner Hand herrührende Glas zu knüpfen.

Die Grundlage unseres dürftigen Wissens von dem Stein- und Glasschneider

 Kaiser Rudolf ll. ist die Stelle in Sandrarfs Teutscher Aka.

demie I, 346. Weiters erwähnen ihn von älteren Autoren Mariette im

Traite des pierres gravees 1750; der Nürnberger Doppelmayr (zur); der

Abbe de Fontenay; Dobrowsky, böhm. Lit. l, 222; Rieggefs Archiv,

ll, 250; Hüsgen, N. A. zu; Füessly im Künstler-Lexikon 361, und in

dessen Nachträgen ll, 683. Aus diesen älteren Berichten geht nur wenig

und Unsicheres hervor.

Welcher der Geburtsort Lehmann's gewesen, bleibt uns verborgen.

Gelebt hat er theils in Prag, theils in Wien. Wenn Trautmann im Allgemeinen

 bemerkt: um 1590 (pag. 1x3; auf pag. 52 sagt er ganz irrig,

wohl in Folge eines Druckfehlers: um 1500), so kann dagegen allerdings

nichts eingewendet werden. Dlabacz im böhnL-mähr. Künstler-hexikon

bringt die Daten 1603 und 1609 mit seiner Erwähnung in Verbindung,

offenbar, weil in diesen beiden Jahren sich, Lehmann betreffend, wichtige

Ereignisse müssen begeben haben. Das letztgenannte Jahr ist dasjenige,

in welchem ihm Rudolf den Freiheitsbrief für sein Schneideverfahren
            
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