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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 152)

braucht nur einen Blick nach Baiern, Sachsen und Württemberg zu werfen;

man braucht nur zu hören, was das nüchterne Schweizervolk beginnt,

indem es soeben ein Museum zur Kunstbildung und Geschmacksveredlung

in St. Gallen eröffnet hat, um dem gleichen Ziele zuzustreben, und wahrzunehmen,

 dass daher die Zeiten der Gleichgiltigkeit vorüber sind. Man

darf die Kunst daher nicht allein vom rein idealen Standpunkt aus betrachten,

 denn sie ist zu allen Zeiten auch ein Mittel gewesen, den Volkswohlstand

 zu heben, und ich glaube nicht, dass es einen einzigen einsichtigen

 Patrioten in Tirol geben wird, der nicht gerne bereit wäre, jene

loyalen Mittel anzuwenden, welche die Ausstellung zu diesem Zwecke

bieten wirdm

Die Anordnung der Ausstellung von Seite des Museums ist dem

Custos Herrn E. Chmelarz übertragen und derselbe besorgt auch alle

darauf bezügliche Correspondenz.

Dia Volksschule und die kunstgawerhlichon Fachschulen.

In dem Vortrage wZwei kunstgewerbliche Zeitfragen-A, den ich im

November des Jahres 1877 im Museum hielt, berührte ich die Frage, ob

es nicht möglich wäre, die bestehenden kunstgewerblichen Fachschulen

 der Volksschule näher zu bringen und speciell dort, wo

eine Hausindustrie oder ein reicher entwickeltes Kleingewerbe existirt,

einen kunstgewerblichen Fachunterricht mit der Volksschule in Verbindung

 zu bringen. Wohl wissend, dass ich in Angelegenheit der Volksschule

 als Fachmann das Wort zu führen nicht berufen bin, drückte ich

den Wunsch aus, es mächten sich Fachmänner, besonders aus der Volksschule,

 selbst über den angeregten Gegenstand aussprechen. Zu meiner

nicht geringen Befriedigung ist dies geschehen; der Wiener Lehrerverein

i-Die Volksschulen hat meinen Vortrag einer eingehenden Besprechung

unterzogen und Herrn J. W. Holczabek beauftragt, über meinen Vortrag

 ein Referat für die Plenarversammlung des Vereines am 7. März zu

erstatten. Der Bericht liegt mir in einem Separatabdrucke vor. Ich habe

aus demselben erfahren, dass der Lehrerverein sich mit der Frage der

Schulwerkstätte beschäftigen wird und hebe hervor, dass der Referent

sich über eine mögliche Verbindung der Volksschule mit den Fachschulen

in bestimmter Weise ausspricht. Auf die Frage über die Art der Verbindung

 der Volksschule mit der Fachschule werde ich noch

eingehend zurückkommen; denn dies ist derjenige Punkt, der mich in

erster Linie interessirt; er hat eine eminent praktische Bedeutung. In

dem Referate heisst es Seite 6:

wDass es eine arge Verirrung wäre, S-gjahrige Kinder schon mit irgend einem

Fachunterricht zu behelligen, also zu einer Zeit, wo ihre allgemeine Bildung nicht viel

über die ersten Anfangsgründe hinausgeht, brauche ich in einem Kreise praktischer Schulmänner

 wohl nicht erst des Weiteren zu erörtern; dass aber unter gewissen Voraus-
            
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