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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 154)

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zwei Wappen, die Kurscbwerter und den Rautenkranz. Herum stehen sinnige Verse,

deren Anfang lautet:

Kommt ihr Herren, edle Frauen

Fürstenbilder hier zu schauen,

Die von einem Abnherrn stammen

Schliesst dasselbe Band zusammen etc.

Zwei weitere Flügel enthalten die Bilder von Rubens und Van Dyck. Die Meisterschaft

 in der Behandlung der Phisiognomien und die Zartheit der Damast-Dessins verdient

ungetheiltcs Lob. Ferner hat Herr Krahl drei alte Wappenscheiben ausgestellt. Zwei runde

mit dem Fohrenwappen der Gröling und ein viereckiges des Ruger. - Folgt eine kleine

Glastafel mit dem Wappen des Hans von Redern, Comthurs zu Werben t617, ausgestellt

von Sr. Excell. Hermann von Redern. - Wahrhaft überraschend sind die Leistungen des

Münchner Kunstmalers Bouche, sowohl in der höchst graciösen, von Putten begleiteten

Frauengestalt, welche Oesterreichs Herold vorstellt, ein von ihm speciell für die heraldische

Ausstellung angefcrtigtes Bild (Preis 115 5.), als auch in seinen von echten geradezu nicht

unterscheidbaren Nachahmungen der Originale des 16. Jahrhunderts, so seine Wappen

Dürers (36 6.), und in den im Kunstsaal befindlichen Glasfenstcrn: Madonnenkopf mit

Wappen 1510, Gabriel Pasenbach 1570, Stifter der Hofmark Päsen; Rudolf Zach von

Schwanden 1584; Peller von Augsburg 1566, jedes der drei letzten Stücke verkäuflich

 ä 25 H.

Die Fenster des grossen Kunstsaales endlich sind durchaus mit Wappenscheiben

vollgestellt. Den Reigen beginnt das Allianzwappen des Hans Rögl 1525 und der Barbara

Erlacher, seiner Hausfrau, ausgeführt von der Tiroler Glasmalerei in Innsbruck (k. k.

österr. Museum). Daneben eine kleine aber charmant durchgeführte moderne Tafel von

Geyling in Wien: das Falkenwappen Lippert Ritter von Granberg. (Auch zugleich der

Aussteller.)

Am nächsten Fenster steht eine kleine Tafel mit dem von Schildhaltern begleiteten

Trautmannsdorfschen Wappen, nicht in Farben, d. a. 1707; dann eine Tafel mit einem

Adlerkopf im Wappen, 15. Jahrhundert; ferner ein Flügel mit einem Lamm im Wappen:

Paulus Fer, Bürgermeister zu Kempten 1566; sodann das Wappen der Stadt Veldtkirch

mit der schwarzen Kirchenfahne, von Neuhauser in Innsbruck; die letzteren Stücke sind

Eigenthum des k. k. Oesterr. Museums. Weiter folgen vier vom Schatzmeister Sr. Majestät,

Regierungsrath Quirin Ritter von Leitner exponirte Glasmalereien: Amalei von Trautmannsdorf,

 geborne von Lappitz 153g, mit dem Wappen Lappitz; Stammwappen Trautmannsdorf

 mit der Rose, aus derselben Periode; das sonderbare Wappen des Hans Gat,

1508, mit zwei verschlungenen Schlangen, und jenes des Michael Ougsburger, Vogt zu

Lausanne, 1532, mit einem Einhorn im Schilde, zwei wundervollen Figuren, vermuthlich

der Vogt und seine Frau, die einen Butzenhumpen mit Rothwein halt, als Schildhalter,

und in den beiden Oberecken der Tafel zwei farblose, aber ausgezeichnet schone Darstellungen:

 links oRenbar das I-Iochzeitsmahl der Beiden, rechts wie sie darnach auf ein

und demselben Rosse heimreiten, Zunächst eine Scheibe Sr. Exc. des Grafen Ernst Hoyos

mit drei Wappen, das Puchheim'sche natnlich aufgelöst, mit der Inschrift: Veit Albrecht

Herr zu Puechheim, 1578. Dann die Stadt Wien mit ihrem eigenen Wappen, auf drei

Glasscheiben, jedesmal in anderer Form, d. a. 1571-, Ritter von Spaun mit dem eigenen

ziemlich grossen und modernen Wappen; Ritter von Goldegg in Meran mit zwei Tafeln:

Anna Goldeggerin, 1545, und Balthasar von Helmstorlf, t545, beide Stücke, besonders

aber das letztere von hervorragender Schönheit; und schliesslich der Antiquar Suttner in

Wien mit vier verkäuflichen Tafeln: Lienhart von Keutschach, Bischof von Salzburg, 1502,

Stadt Nürnberg nach Dürer, Himmelfahrt Christi mit zwei bürgerlichen Wappen, ein sehr

gutes Stuck, und das Wappen mit dem Widder und Schildhaltern, Inschrift: Brigitta

YViddmannin, 1570.
            
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