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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 156)

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Und gesetzt, das Bestreben gelänge, Deutschland schafft sich auf

diese Weise einen eigenen, nationalen Styl -- was ist die Folge? Die

Folge ist einfach der Ausschluss vom Weltmarkte, die commercielle Beschränkung

 auf das Vaterland, eine patriotische Befriedigung, aber ein

schlechtes Geschäft! Man, kann aus der nationalen Kunstarbeit, wo sie

noch vorhanden ist, Motive herausnehmen und sie für unsere Industrie

vcrwerthen, aber man kann keinen nationalen Styl mehr schaffen. Wie

die ganze europäische Civilisation nur ein einziges Kleid, das Kleid der

Mode trägt und eigentlich immer getragen hat, so kennt sie und wird sie

nur einen einzigen Geschmack kennen, der ihre Schöpfungen leitet. Heute,

wo auf diesem Gebiete Alles in neuem Werden begriffen ist, tauchen

Varianten und Eigenthütnlichkeiten vieler Orten auf, aber sowie sie sich

bewähren, sind sie auch sofort das gemeinsame Eigenthum aller Culturstaaten.

 Wer als Fabrikant, als Kaufmann heute Gutes schafft, denkt

nicht an seinen Ort und seine Provinz, sondern an den Weltmarkt, und

so kann auch ein grosser Staat, der auf der Höhe der Civilisation steht,

mit seiner Industrie nicht allein an den heimischen Verbrauch denken. So

sehr wir uns denselben heute durch Schutzzölle zu sichern trachten, so

sehr würden wir sicherlich irren, wollten wir arbeiten für uns, ohne an

die Welt zu denken.

ln dern Sinne also, wie man in Deutschland die Renaissance für die

eigene Kunstindustrie begehrt, befindet man sich auf gefährlichem Wege.

Man ruft den alten Streit der Kunststyle, den wir glücklich beseitigt

glaubten, wieder hervor, aber das ist das Wenigste; man wird vielmehr

gänzlich seines Zieles verfehlen. Die Renaissance ist gewiss für die Reform

 der modernen Kunstindustrie von äusserstem Werthe, aber sie ist

es nicht allein. auf welche man die Augen zu richten hat, und am wenigsten

 ist es die deutsche Renaissance. Diese letztere ausschliesslich auf

den Schild erheben, mit ihr einen neuen nationalen Styl schaffen wollen,

das ist ein verhängnissvoller lrrthum. (W. Abdp.)

Ele Wort zur Förderung der llolzlnduelrie llll oberen Biihnervulde.

Jedermann ist bekannt, welche schwere Heimsuchungen in den vergangenen zehn

Jahren über den Böhmerwald hereingebrochen sind. Stürme von unerhbrter Heftigkeit

und ein diesen folgender Borkenkäferfrass, der tZast ohne Beispiel in der Geschichte des_

Waldes dasteht, haben die schönen Forste jenes Gebirges gelichtet und Tausende von

Jochen geschlossener Bestände vernichtet, darunter auch gar manchen Gemeindewald

(z. B. den van Aussergeüld). Für die Bewohner des oberen Bühmerwaldes, für die eigentlichen

 Walddörfer, ist aber der Wald selbst von jeher die Hauptnahrungs- und Erwerbsquelle

 gewesen. Die meisten Familienvater waren und sind noch jetzt Waldarbeiter, Holzhauer

 und Flüsser, und ist es seit Menschengedenken Sitte gewesen. dass der Sohn in

die Fusstapfen des Vaters trat und von Kindesbeinen an dessen Handwerk kenne; lernte

und in dem Grade, als er heranwuchs, dasselbe sich aneignete. Diese -Holzhauhrbevölkerung-i

 des oberen Böhmerwaldes ist eine zwar arme und rohe. aber durchaus brave

und unverdorbene, nebenbei bemerkt ein kerniger Volksstamm von urdeutschemlWesen.

charakterislrt durch Genügsamkeit. Ehrlichkeit, Fleiss und Ausdauer in der Arbeit Die

Eingangs erwähnten Cnlnmitäten haben ihr aber schwere Wunden geschlagen, Weil der
            
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