Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 157)

barel auch parel, altfranzösisch baril bezeichnet einen flaschenähnlichen

Behälter. Vrgl. im lat. barillus. Den Spiegel (siehe meine Geschichte der

Glasindustrie, Stuttgart 1874, pag. 62 ff.) kennt der Dichter bereits nach

seiner Zusammensetzung aus Glasplatte und Folie, denn er sagt:

zin underhalp aine glase (I. 20), .

sowie Conrad von Megenberg in seinem Buch der Natur im 14. Jahrhundert

 bemerkt: vman verzint ouch diu spiegelglas und tempert si mit

zimt. (480. 22.) Dante spricht hier vom Blei im selben Sinne:

CDITIC COIOI" (01118 PEI" VCIFU,

Lu qual dirietro a si piombo nasconde. (Purg. II. 89.)

Parfümvasen hatte man zu Wolfram's Zeit gleichfalls aus Glas; er

spricht von Lichtern in

sehs glas lanc lüler wol getan,

dar inne balsam der wol hran. (V. 363.)

später nennt er Gefässe dieser Art kurzweg: balsamvaz. (369.)

Wirnt von Graveuberg, der zwischen 1208 und izto sein Heldengedicht

 "Wigaloisu verfasste, schildert ein Thürmchen, Castell, auf dem

Rücken eines Elephanten, ravorin die Königin mit ihren Frauen sass, und

fügt hinzu:

der tac, des schin diu herze vreut,

schien al umbe durch diu glas. (to3g9.)

was mich lebhaft an die Glaskutsche erinnert, in der Johanna von Durazzo,

die Braut Herzog Wilhelnfs von Oesterreich, am 21. November t4o3 in

Wien ihren Einzug hielt: in vehiculo vitreis obstructo foribus. Ebendorfer

und Pez script. II. 825. Im uWigaloisu kommt auch eine Vase, die Wohlgerüche

 enthält, vor, jedoch

ein kristalle, luterr dunne im glas. (10361)

Gottfried von Strassburg's wTristanu (um izio) bringt an fünf Stellen

die Erwähnung des Spiegelglases und hat ausserdem die interessante Notiz

von den gläsernen Ringen. (16874) Ich habe in der Geschichte des Glases

etc., pag. 62, erwähnt, dass. die Gräfin Margaretha von Flandern 1252

eine Kiste mit Glasringen sich kommen liess; Gottfried betrachtet den

Glasring als etwas Ordinäres mit den Worten: si -- - -

wolten haben gekoufet dur in

umbe ein glesin vingerlin.

So drückt sich auch Walter von der Vogelweide aus: ich - -

nim din glesin vingerlin für einer küniginne golt. (Edit. Pfeitfer, 14. 24.)

Theophilus liefert in der Schedula diversarum artium Il. XXXI. die

ausführliche Beschreibung des technischen Vorganges bei der Anfertigung

dieser einfachen Schmuckgattung, deren Fabricatiou, wie es scheint, in der

That in Klosterkreisen vorkömmlich gewesen sein dürfte. Von Liudiger,

einem Operarius in Hildesheim wird berichtet, dass er, im u. Jahrhundert,

 durch einen stützenden Balken verletzt, sich ferners mit der Imitation

 von Edelsteinen beschäftigte, womit er den Glasern diente. (Vita.

d. Godehardi ap. Pertz script. XI. 213.)
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.