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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 157)

von ausgezeichneter Erhaltung und Beschaffenheit. i Sie sind Eigenthum 
der Gräfin Marie Nugent, geborne Gräfin Pallavicini. Das zweite Gemach 
enthält ältere Möbel und Gewebe; unter den ersteren befindet sich eine 
fast vollständige Zimmerausstattung (Bett, Wandkasten, Sessel u. s. w.) 
in französischem Reuaissance-Styl, welche erst im Laufe dieses Frühlings 
zu Paris, theilweise mit den Mitteln des österreichisch-ungarischen 
Comitäs, erworben wurde. Das dritte Zimmer ist der wohlbekannte 
rothe Salon aus dem Kaiserpavillon der Wiener Weltausstellung, der 
in seiner Vollständigkeit sammt der Einrichtung in das Oesterr. Museum 
übertragen worden und so für immer. erhalten ist. Die übrigen Möbel 
des Pavillons, so viele von ihnen der Aufbewahrung werth sind, sind 
ebenfalls in das Museum gekommen und befinden sich im ersten der in 
Rede stehenden Gemächer. Die zwei letzten noch folgenden Zimmer 
sind einstweilen zur Aufnahme der textilen Sammlung des Museums ein- 
gerichtet worden. 
(Publicationen des Museums.) Bei zweien derselben hat sich die 
Nothwendigkeit herausgestellt, eine zweite Auflage zu veranstalten, da die 
erste bereits vollständig vergrifTen ist. So erscheinen also zunächst die 
"Ornamente antiker Thongefässen zum Studium und zur Nach- 
bildung für die Kunstindustrie sowie für Schulen, unverändert mit 15 Bl. 
in mehrfarbigem Tondruck im Verlage von R. v. Waldheim. Fol. Preis 5 B. 
- Bei dem gleichfalls vergriffenen Bibliothekskataloge kommt noch 
der Umstand dazu, dass sich der Bücherschatz der Bibliothek seit der 
ersten Ausgabe des Kataloges geradezu verdoppelt hat. Wohl sind all- 
jährlich Nachtragsverzeichnisse der neuen Anschaffungen veröffentlicht 
worden, doch erschwert deren Zahl bereits die Orientirung des Publicums 
in nicht geringem Masse und somit wird die Nachricht allgemein will- 
kommen sein, dass die Drucklegung des neuen Kataloges noch in diesem 
Jahre beginnen wird. 
(Besuch der Pariser Ausstellung.) Durch grossmüthige Geld- 
spenden von Seite des östern-ungarischen Ausstellungs-Comitäs, der 
niederösterr. Handcls- und Gewerbekammer und des Gewerbevereines 
wurde es einer Anzahl von Professoren, Docenten und begabteren Schü- 
lern der Kunstgewerbeschule ermöglicht, während der Ferienmonate zum 
Studium der Ausstellung nach Paris zu reisen. Selbstverständlich ist diese 
Verfügung für unser Museum von ausserordentlichem Wertbe und das- 
selbe bleibt also den oben genannten Instituten zu grösstem Danke ver- 
pflichtet. 
(Besuch des Museums.) Die Sammlungen des Museums wurden im Monate 
September von 11.110, die Bibliothek von 970 Personen besucht. 
ln Folge Reparatur der Fussböden bleibt der Saal lX und der Vorlesesaal auf 
6-8 Wochen geschlossen. 
(Neu ausgestellt.) Schülerarbeiten der Webereischule in Brünn; - Wasserträger, 
Statuette in Bronze VOn A. Hildebrandt in Florenz; - plastische Verzierungen in Stein- 
masse (Carton Pierre) von August Rahnus in KVien; - Bild in Seide gewebt, franzö- 
sisch. Eigenrhum des Herrn Rix in Wien; - eiserne Oefen von Holdorfdt Brnckner 
in Wien; - Christus und die Samaritin, Copie nach Carracci von Frl. Bertha Nadler 
in Wien; - Arbeiten aus dem Bregenzer Wald (Vorarlberg), Eigenthum des Museums. 
(Weihnaehts-Ausstellung.) Das Oesterr. Museum eröffnet am 
1. December d. J. seine fünfte Weihnachts-Ausstellung unter den gleichen 
Bedingungen wie früher. Die Zeit der Anmeldung ist vom 24. September 
bis 6. November, nach welchem Tage weitere Anmeldungen nicht ange-
	        

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