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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 157)

LÄ

charakteristisch, dass bei einer Copie nach einem der Collin'schen Reliefs

in der Hofkirche der Verfertiger sich nicht scheute, den Hintergrund um

ein Bedeutendes gegen das Original zu vertiefen. Gsaller aus Wilten

hat einen grossen Doppelrahmen ausgestellt, von schönem Verhältniss und

ungewöhnlicher Virtuosität der Ausführung; leider hat er zu oberst zwischen

 den beiden Rahmen eine Art von Vase mit einem naturalistisch

behandelten grossen Blumenstrauss angebracht und dadurch den Erfolg

seiner sonst schätzenswerthen Leistung ganz verdorben.

Dagegen wurde man beim Eintritte in den Möbelsaal von den durchaus

 stylvollen und sehr exact gearbeiteten Renaissancemöbeln überrascht,

welche Trenkwalder in Mühlau und Konzert in Innsbruck geliefert

haben. Besonders des ersteren Bett, nach der Zeichnung des Architekten

Deininger, fand als eine geradezu rnusterhafte Leistung einstimmige Anerkennung.

 Neben diesen ist noch Wasler aus Meran zu nennen wegen

eines Betschemels und der gelungenen Copie eines Tisches im Schlosse

der Margarethe Maultasch in Meran. Brucker in Innsbruck hat Salongarnituren

 ausgestellt, von denen eine braune recht hübsch ist, eine

andere aber mit sehr gut gearbeiteten lntarsien durch deren geschmacklose

 Zeichnung verunglückt ist. Uebrigens wird, wie wir eben hören,

von Innsbrucker Fachgenossen Herrn Brucker gegenüber behauptet, er

hätte diese sämmtlichen Stücke von einem Wiener Möbelhändler gekauft.

Aber das eine steht im Allgemeinen fest, dass es den Tiroler Tischlern

durchaus nicht an Geschicklichkeit gebricht, nur das Verständniss für den

Organismus des Ornamentes fehlt den meisten. Dies beweisen die Arbeiten

von Lanser, Gsaller, Colombo u. a., denen gerade das reiche Ornament,

 das ihnen zur Zierde dienen sollte, am meisten schadet. Einer Specialität

 kann hier noch Erwähnung gemacht werdenf, nämlich Herrn Hammerl's

 Möbel aus Bein.; An sich ist die Wahl von Hirschgeweihen selbst

Hacher Gestaltung zu Sitzlehnen nicht zu billigen, aber immerhin ist es

eine Specialität, die vielleicht gerade deswegen ihren Liebhaber Endet.

Wir selbst erkennen blos den Werth der kleinen Beinschnitzereien an,

welche Herr I-lammerl gleichfalls ausgestellt hat.

An die Zimmereinrichtung lässt sich wohl am besten gleich die Ausstellung

 der grossen Bautischlerfirma Johann Hüter 8c Söhne anschliessen,

der unbestritten eifrigstes Streben, verbunden mit Geschick und Geschmack,

nachzurührnen ist. Die beiden grossen Portale verdienen volle Anerkennung

 nach Zeichnung und Ausführung, die Muster von Fussböden zeigen

einige gefällige Motive, die neue Erfindung betreffs der Sommer- und

Winterfenster scheint die Beachtung der Baumeister in Anspruch zu

nehmen, und dort wo die Imitation kostbares Holzwerk ersetzen muss,

hat die Firma an dem geschickten Anstreicher Arnold den rechten Mann

gefunden.

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