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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 167)

ssq

Das Schulgeld beträgt monatlich 15 Frcsz, Nachlass desselben, ganze

oder theilweise Freiplätze an der Schule werden durch den Verwaltungsrath

gewährt. Die absolvirten Schülerinnen werden durch Vermittlung eines

Comitäs und durch die Directrice placirt; einige besitzen Anstellungen

mit Jahresgehalten von 1800 Frcs., bei deren Erlangung ihnen namentlich

die gründliche Kenntniss der fremden Sprache als Empfehlung diente.

lm Uebrigen ist das Handelsfach der wichtigste Zweig in der Schule

Sully, welchem sich die meisten der Mädchen zuwenden.

Das Malen auf Porcellan und Seide, welches letztere namentlich für

Fächer vielfach Verwendung findet, trägt den absolvirten Schülerinnen,

bei genügender Geschicklichkeit, einen ganz guten Erwerb ein, der sich

durchschnittlich auf 6 Frcs. täglich belaufen soll. Prachtvoll, ganz unbeschreiblich

 schön sind die Blumen, die in dieser Schule gearbeitet werden;

sie gehören gewiss zu dem Ausgezeichnetsten, Schönsten, Anmuthigsten,

das in diesem Fache existirt. Die Schülerinnen lernen die Behandlung der

künstlichen Blume ganz vom Grunde auf. Der Stoff, aus welchem die

Pflanzen gemacht werden, wird von der Direction angekauft und in der

Schule selbst werden mit dem Rohmaterial alle erforderlichen und vorbereitenden

 Manipulationen vorgenommen; der Stoff wird nach Bedarf

gefärbt, getunkt, mit den nöthigen Substanzen versehen; alle einzelnen

Bestandtheile einer Blume oder Pflanze werden angefertigt, jeder Staubfaden,

 jedes Blatt, so dass die Schülerin als ganz unabhängige, selbständige

 Arbeiterin aus der Schule tritt.

Die Blumen selbst werden alle nach der Natur gemacht, alle so treu

als möglich nachgebildet, ihnen Form, Farbe, Neigung und Anmuth lebender

 Pflanzen gegeben, wodurch diese Arbeiten zu wahrhaftigen kleinen

Kunstwerken werden. Ich erinnere mich nicht in den auliallendsten Blumenschränken

 der Ausstellung köstlichere Resedas, elastischere Fliederblüthen

und üppigere Rosen gesehen zu haben, als sie zu Hunderten in den Schubfächern

 der Schule zu finden waren.

Um eine gute, geschickte Rosiere heranzubilden, eine Arbeiterin, die

wahrhaft mustergiltige Rosen macht, bedarf es 3 Jahre der Lehrzeit; dann

erwirbt sie 8 - ro Frcs im Tage. Genügendes Auskommen Endet die

Arbeiterin auch bei geringerer Fertigkeit, aber die geübten Rosieres werden

eben sehr gesucht und geschätzt. Viele der absolvirten Schülerinnen haben

ihr Atelier im Elternhause, wo die Mutter und die Geschwister die Handgriffe

 der Hilfsarbeiterinnen erlernen und so die Blumenkünstlerin auf das

zweckmässigste unterstützen, deren reizende Elaborate in die angesehensten

Etablissements von Paris hinauswandern.

Um für die Arbeiten der Schule, deren Eigenthum sie sind, für die

Kleider, Wäsche, Porcellanmalereien, Fächer und Blumen regelmässigen

Absatz zu finden, wird zweimal im Jahre ein Verkauf veranstaltet, der

mit einer Ausstellung der Schularbeiten verbunden ist. Einer dieser Verkaufstermine

 fällt in die Woche vor Weihnachten in welcher die bezüglichen
            
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