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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 167)

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Lltoraturberieht.

Führer durch die k. k. Ambraser Sammlung im unteren Belvedere. Herausgegeben

 von der provisorischen Direction. Wien 1879. 8.

Nur in einer Beziehung, dass nämlich die Ambraser Sammlung als Stock der

ll. Gruppe der kunsthistoriscben Sammlungen des Kaiserhauses bald in die neuen Hofmuaeen

 übersiedeln wird, ist das vorliegende, reizend ausgestattete Büchlein ein provisorischer

 Katalog. ln der That haben wir hier in mehr als einem Betracht das Muster

eines Führers durch eine Kunstsammlung vor uns. Zu einer solchen wird jetzt die Ambraser

 Sammlung aus einer altmodischen wWunder- und Rnritatenltammeru um estaltet

und dem entsprechend ist das vorliegende Werk nicht mehr blos ein populär ge ltener

Cicerone für ein staunendes Publicum, sondern ein wahres Hilfsbuch zum Studium der

zahlreichen wirklichen Kunstschatze. Sorgsame Angabe der Art der Ausführung, der an

den Denkmälern gefundenen Marken und lnschriften und viele neue biographische Notizen

über Künstler bieten zumal bezüglich der Kunstindustric eine wesentliche Bereicherung

des kunsthistorischen Materiales.

Geschichte des deutschen archäologischen Institutes in Rom. Berlin,

A. Ascher ä Comp., 187g.

Das archäologische Institut in Rom, das gegenwärtig ein deutsches Reichainstitut

geworden ist, nimmt unter den verschiedenen Anstalten zur Forderung der Alterthumskuncle

eine so hervorragende Stellung ein, dass jedem Freunde der Kunst eine Geschichte desselben

 in hohem Grade erwünscht sein muss. Es ist nun eine solche als FestschriR zum

zi. April 1879 von der Centraldirection der archäologischen Institute, deren Sitz Berlin

ist, herausgegeben, und in ihrem Auftrage von Prof. Dr. Michaelis in Strasaburg verfasst.

 Diese Arbeit ist in jeder Beziehung eine ganz vortreffliche; Jedermannf, der sich

über den Gang der archäologischen Studien in Rom und speciell in Deutschland interessirt,

 wird sich befriedigt fühlen. Für Oesterreich gibt dieselbe viel zu denken. Jahrelang

 war Fürst Metternich der President, ohne dass Oesterreich ein Nutzen erwachsen

wäre. Die Verbindung des Institutes mit Oesterreich war eine sehr lose, und erst in

neueren Zeiten, wo die Archäologie anfängt, eine hervorragendere Rolle auf den österreichischen

 Universitäten zu spielen, und mehrere hervorragende Mitglieder des Institutes

an den Universitäten Wien und Prag gewirkt haben, ist das Interesse für Archäologie in

Oesterreich ein lebhafteres und die Verbindung mit dem Institut eine festere geworden.

Wir werden vielleicht noch Anlass haben, auf Alles zurückzukommen, was sich auf archäologische

 Studien bei uns bezieht. Wir können aber nicht umhin, zu berichten, dass

aus Anlass der genannten Feier die Professoren Dr. Benndorf und Dr. Hirschfeld eine

eigene Festschrift (Wien, in COmmiSS, bei C. Gerold's Sohn 1879) verolfentlicht haben,

welche zwei Abhandlungen -Zur Geschichte des latinischen Rechtesuund wUeber das Cultusbild

 der Athena Nike- enthält. Es war dies die einzige Festschrift, die zum a1. April aus

Oesterreich kam.

Sibmacher, Joh.: Entwürfe für Goldschmiede aus dem Jahre 1590.

Mit einem Vorworte von Dr. O. v. Schorn herausgegeben vom Bayrischen

 Gewerbemuseum in Nürnberg. Nürnberg, Fr. Korn. Fol.

ln dem trelTIich geschriebenen Vorworte gibt Schorn die wenigen uns erhaltenen

Nachrichten über das Todesiahr und das Grab des geschickten Nürnberger Wappenmalers,

Kupferstechers und Radirers Joh. Sibmacher, ferner eine gedrangte Geschichte und Beschreibung

 von dessen Publicationen von den ersten bis zu den neuesten Ausgaben; betreffs

 der Einzelblätter ist auf Andresen verwiesen. Schom bemerkt, die Besserung in den

Mustern der modernsten Stickereien sei zum nicht geringen Theile das Verdienst der

neuen Reproductionen von Sibmachefs Modelbüchern für Nihz, Stick- und Wirkarbeiten,

welche vom Oesterr. Museum und von Georgens in Berlin veranstaltet wurden; bezüglich

der Leinenstickerei ist wohl auch Lessings tretTliche Publication anzuschliessen. Aber

auch auf dem Gebiete der Goldschmiedekunst ist bereits eine erfreuliche Wendung zum

Bessern wahrzunehmen, und hier dürften die einschlägigen Publicationen des Oesterreichischen

 und des Bayrischen Museums, und jenes von Wasmuth in Berlin veröffentlichte

Büchlein von Brosamer nicht ganz erfolglos geblieben sein. Diesen nun schliessen sich

die vorliegenden vFysierungen zum Verzeichnen für die Goldtschmidtu auch nach der

äussern Ausstattung prächtig an und gehören die reproducirten u Tafeln (Titel inbegriffen)

nach Form und Ornament entschieden zu den geschmackvollsten Mustern für gepunzte

Pocale u. dgl. Darum begrüssen wir das vorliegende Werk mit doppelter Freude. Gerade

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