Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 167)

383

Das Schulgeld beträgt 12 F rcs. monatlich. Dem Geiste der Gründung

des Vereines gemäss, bestehen jedoch zahlreiche Stiftungen zu Gunsten unbemittelter

 Schülerinnen.

ln den meisten der vier Schulen des Vereines widmet sich die grösste

Zahl der Schülerinnen dem Handelsfache, so in der_ Schule Rue francs

Bourgeois, in welcher lOO Mädchen die Handelscurse, 30 die Ateliers für

Zeichnen und Malen, 30 den Unterricht im Nähen und 15 das Atelier

für Blumenmachen frequentirten (i877[78).

Nur in der Schule Rue Lavale sind die Schülerinnen der Zeichencurse

 durchschnittlich in überwiegender Zahl.

Zwischen den vier Schulen der Gesellschaft wird jährlich zur Prüfungszeit

 ein Concurs veranstaltet, bei welchem die Schülerinnen der höchsten

Classen in die Preisbewerbung eintreten; gleiche Concurrenz Endet zu

eben der Zeit unter den I0 besten Schülerinnen jeder Classe statt.

Die Arbeiten der Schülerinnen gehören dem Vereine, welcher das

Material beistellt.

Die Lehrgegenstände, das Porcellan, die Fächer, die Schirme, von

denen ganz ausgezeichnet schöne Exemplare auf der Ausstellung waren,

werden gelegentlich verkauft, bei Schulausstellungen, Wohlthätigkeitsbazars

u. s. w. - Die Schülerinnen der Ateliers für Kleidermachen und Wäschenähen

 müssen einige Vorkenntnisse und in den drei ersten Monaten auch

die Arbeit vom Hause mitbringen. Nach Ablauf dieser Zeit arbeiten sie

für den Verein. Das Material, die Bestellungen gehen einzig und allein

durch Vermittlung der Lehrerin; sie trägt alle Verantwortung den Kunden

gegenüber, welche mit der Schule gar nichts zu thun haben, gar nicht

wissen, dass sie Schülerarbeit annehmen; sie darf eben nicht als solche

zu erkennen sein. - Kleider und_ Blumen werden so gearbeitet und

hinausgegeben.

Von den letzteren werden nur Blätter und einzelne Blumen in der

Schule gemacht; die eigentliche Fabrication wird in der Schule erlernt,

das Montiren geht in den Etablissements vor sich, win welchem, wie die

Leiterin der Schule Rue francs Bourgeois meinte, als ich sie über diesen

Punkt befragte, wbei gemeinsamer Arbeit der Geschmack zu grösserer

Entwicklung und Klärung gelangt." Die Schülerinnen sind, wenn sie

die Schule verlassen, eben nur Hilfsarbeiterinnen dieser Etablissements.

Die Societe pour l'enseignement professionel des femmes hat sich

am 14. Jänner 1870 als anonyme Gesellschaft mit variablem Capitale constituirt.

 Die Antheilscheine kosten je 50 Frcs; man kann sich jedoch mit

einer Jahreseinzahlung von höherem oder geringerem Betrage betheiligen.

Die gewöhnliche Subscription lautet auf 25 Frcs. jährlich. Ein von der

Generalversammlung erwählter, aus Frauen bestehender Ausschuss verwaltet

 die Gesellschaft, ernennt die Professoren und Lehrerinnen, und

überwacht das Dienstpersonale; diesem Ausschusse stehen vorherathende

Comitäs zur Seite.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.