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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 167)

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Eeoles professionelles eatholiques pour les jeunes ülles au dessus de

ÖOIXZB BUS.

Diese Schulen sind klösterlichen Ursprungs.

Die Soeurs des Ecoles chretiennes haben im Jahre 1854 eine Klosterschule

 für den weiblichen Unterricht gegründet, deren Lehrprogramrn sich

nach und nach erweiterte, und nach deren Princip im Jahre 1873 zehn

klösterliche und zwölf weltliche Schulen entstanden waren. Eine dieser

Schulen, die in den Mauern des alten Hötel Sully etablirt ist und von

deren Unterrichtsgang und Arbeiten ich genaue Kenntniss gewann, mag

hier als Vertreterin der gleichnamigen Lehranstalten gelten.

Sie wurde im Jahre 1870 gegründet. Ihr Programm entspricht heute

nicht mehr dem Wortlaute des Titels, den sie führt. Die ungleiche Vorbildung,

 welche die Kinder in die Schule mitbrachten, gewiss auch die

religiöse Tendenz, welche diesen Anstalten fühlbar zu Grunde liegt, veranlassten,

 dass das zur Aufnahme befähigende Lebensalter der Schülerinnen

 von zwölf auf sieben Jahre herabgesetzt wurde, in welchem Alter

die Mädchen in die erste Classe des vorbereitenden, fünf Jahrgänge umfassenden

 Unterrichtes aufgenommen werden.

Der gewerbliche Unterricht begreift drei Jahre und fällt auf die

Nachmittagsstunden. Die Lehrcurse sind: I-Iandelsfach und englische Sprache,

Zeichnen, Porcellan- und Emailmalerei, Malen auf Seide, Kupferstechen,

Blumenmachen, Kleidermachen, Anfertigung von Hüten und aller Arten

von Modeartikeln und Wäschenähen.

Das Programm der gewerblichen Curse variirt in den verschiedenen

Schulen je nach der Bedeutung der Schule und nach den Bedürfnissen

des Stadttheiles, in welchem sich letztere befindet.

Die Schülerinnen besuchen die Schule durchschnittlich bis zu dem

Alter von 17 bis 18 Jahren. Ihre Eltern sind meist wohlhabende Bürger,

kleine Rentiers, Ingenieure, Architekten, Aerzte, Beamte u. s. w.

Die Mädchen, welche die Handelsschule mit gutem Erfolge absolviren,

finden ihre Anstellungen durch Vermittlung der Schule; sie haben solche

Stellen bisher immer reichlich gefunden und zwar mit Jahresgehalten von

1200 - 1500 Frcs.

Wie bewerkstelligen Sie das? fragte ich die Vorsteherin bei meinem

Besuche der Schule. nIl y faut beaucoup d'industrieu meinte die alte Frau

mit einem feinen Lächeln.

Die Direction hat in den ersten Jahren, zum Schlusse des Schuljahres,

 öffentliche Examen veranstaltet, diese mit einigem Lärm in Szene

gesetzt, das günstige Ergebniss der Prüfungen mit ebensoviel Lärm bekannt

 gemacht, und dies brachte reichliche Nachfrage nach absolvirten

Schülerinnen seitens der Handelswelt ein; und nun macht sich die Sache

Jahr um Jahr von selbst.
            
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