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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 169)

schule von grossem Nutzen sind. Welch' starke Propaganda würden die

Fachschulen machen, wenn in den Volksschulen ihre_r localen Umgebung

gewisse gewerbliche Fertigkeiten gelehrt würden! Mehrere dieser Fachschulen

 haben allerdings nur den Charakter eines Ateliers und diese werden

es vielleicht nicht so lebendig empfinden, wie nöthig es ist, sich mit der

allgemeinen gewerblichen Bildung in Einklang zu setzen; aber diejenigen

Schulen, die auf einer breiteren Basis arbeiten wollen und müssen, und

die ferner mit der ganzen Bevölkerung und den Gewerbsleuten in Contact

treten sollen, diese werden je früher desto besser sich dazu gedrängt

sehen, jene Fäden der Anknüpfung für die Fachschule in der Volks- und

Bürgerschule zu suchen. Es wird dies insbesondere auch bei jenen Schulen

der Fall sein, die im eigentlichen Sinne des Wortes Lehrwerkstätten sind.

Aber wenn eine solche Verbindung hergestellt werden soll, so muss dieselbe

 auch administrativ vorbereitet sein, und diese administrativen Voraussetzungen

 fehlen gegenwärtig vollständig. Es fehlt der Einklang zwischen

 den beiden Ministerien in Wien und darum die Einheit der Unterrichtsziele,

 ein Zustand, der die Entwickelung des ganzen gewerblichen

Unterrichtes hemmt. Doch das sind Fragen, die ausserhalb des Kreises

dieses Aufsatzes liegen und die speciell zu behandeln, die Aufgabe derjenigen

 sein müsste, welche für pädagogisch und administrativ rationelle

Grundsätze in der Zeitschrift für österreichische Verwaltung das Wort ergreifen.

 Ich, bedauere darum, dass dieser Punkt, der doch als ein Cardinalpunkt

 betrachtet werden muss, von Herrn Dr. Magner gar nicht berührt

 wurde.

Am Schlusse dieser Ausführungen möge es verstattct sein, nochmals

die entscheidenden Punkte zusammenzufassen. Vor Allem muss die Lus t

zur gewerblichen Arbeit in der Jugend geweckt werden. Dies ist

gegenwärtig Aufgabe nicht blos der Pädagogen, sondern auch der Staatsverwaltung,

 der Gewerbsleute und der Industriellen. Die Schule darf nicht

eine Generation von Vielerleiwissern und Schönrednern erziehen, die keine

Neigung haben, ein bürgerliches Gewerbe zu betreiben, und die einen

nie zu befriedigenden Ehrgeiz in sich spüren. Wir wollen ein tüchtiges,

ein zufriedenes und arbeitskräftiges Geschlecht erziehen; und dazu muss

der Grundstein schon in derVolksschule gelegt werden. Wer da glaubt,

man könne warten, bis die achtjährige Schulpflicht erfüllt ist und meint,

erst dann die gewerbliche Erziehung in die Hand nehmen zu können, der

ist in einem groben lrrthum begriffen. Der Niedergang des Gewerbes in

ganz Mitteleuropa muss wesentlich dem Umstande zugeschrieben werden,

dass so wenig geschehen ist, um die Lust zur Arbeit in der Jugend zu

wecken und sie auf den Beruf hinzuweisen, den der grösste Theil der

menschlichen Gesellschaft wie ehedem, so heutigen Tages und in Zukunft

zu erfüllen hat. Denn nur wenigen Sterblichen ist es gegönnt, blos von

bureaukratischen Arbeiten zu leben , noch wenigeren , ihr Leben als

unbeschäftigte Rentiers zu beschliessen, "die ihr Daseimmit Stillschweigen
            
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