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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 171)

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sich mit der Kunst Venedigs und Padua's beschäftigen wollen. Den

Naturalismus und akademischen Classicismus bekämpfte er unermüdlich

in seinen Schriften. Seine technischen Studien machte er an der Paduaner

Universität; er versuchte sich augh als Architekt in der Gothik. Er hat nicht

wenig dazu beigetragen, seinen Landsleuten die Bedeutung der mittelalterlichen

 Architektur und die in dem damaligen Venedig wenig geschätzten

Quatrocentisten (Pellegrino da S. Daniele, Carpaccio, Cima da Coneglianu

u. s. f.) nahe zu legen. Wie hoch und festbegründet das Ansehen E. Selvatico's

 war, zeigte sich in der Zeit der Gründung des Königreichs Italien.

Er wurde in allen wichtigen Kunstangelegenheiten Italiens als Beirath von

der italienischen Regierung beigezogen. In späteren Jahren litt er an einer

hochgradigen Schwäche des Augenlichtes, so dass seine schriftstellerische

Thätigkeit sich auf ein Minimum beschränkte. Er hatte einen lebhaften Geist

und war anregend in der Conversation; aber einer der wenigen Italiener,

welchen ein sonor klingendes Organ versagt ist. In den letzten Jahren

lebte er zurückgezogen in seiner Vaterstadt, welche ihm eine Reihe von

kunsthistorischen Schriften verdankt, darunter zwei eingehende Guida's

(1842 und 1869), herausgegeben in Verbindung mit mehreren Schriftstellern

 Padua's aus Anlass des Congresses der italienischen Gelehrten im

Jahre 1842; die mittelalterlichen Baudenkmale Padua's hat er wiederholt

monographisch behandelt. Keine seiner Mongraphien hat soviel Anerkennung

gefunden, als jene der Capellina degli Scrovegni nell' Arena di Padua (1836).

Mit Mantegna und Squarcione hat er sich wiederholt beschäftigt, mit ersterem

besonders in der Le Monniefschen Ausgabe des Vasari (Bd. V. ed. 1849.

S. 181 -242.) Seine kleinen Schriften sind zweimal gesammelt worden.

(L'Artc nella vita degli artisti, racconti storici. Firenzo Barbera 1870 und

Scritti d'Arte. Ebendaselbst 1859.) Seine anderen zahlreichen Schriften

sind theils kunsthistorischer Natur und vorzüglich Venedig gewidmet,

theils beschäftigen sie sich mit Künstleterziehung und Kunstunterricht. Mit

der im Jahre 1842 erschienenen Schrift nSull educazione del Pittore

storico odierno Italianon trat er den akademischen Traditionen entgegen;

dieselben Tendenzen verfolgt seine Schrift wlntorno alle condizione presenti

delle Arti del Disegno, Venezia 1858.) Von seinen Venedig behandelnden

kunsthistorischen Schriften verdienen besonders hervorgehoben zu werden

seine nStudj sulla architettura in Veneziau (Venedig 1847), sie sind mit

Geist und ästhetischer Kritik geschrieben. Grosse Polemik erregte sein

mit Lazzari dem gelehrten Numismatiker und Vorstand des Museums

Correr herausgegebener Guida artistico e storico a Venezia, Venedig 1872.

Selvatico und Lazzari traten den geschäftsmässig gemachten Guiden

und den auf die Unwissenheit der Fremden speculirenden Guidaschreibern,

welche jede Richtigstellung von Daten als einen unpatriotischen Act betrachteten,

 entgegen. Die Guidenliteratur ist zwar in Ober-Italien nicht so

vernachlässigt, wie in der deutschen Literatur, und auch in der neuen mo-Idernen

 italienischen Literatur gibt es gute Guida's (wie der von Mailand von
            
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