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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 162)

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Eigenthümlichkeiten der verschiedenen Pferderacen deutlich charakterisirt

erscheinen. Alle Arbeiten Fernkorns sind mit einem ausserordentlichen

Fleisse ausgeführt und mit grosser Sorgfalt im Detail durchgebildet. Er

war bemüht, durch sorgfältige Ausführung das zu ersetzen, was ihm an

genialem Schwunge fehlte. Als Kunstwerk stehen die beiden Monumente

höher als das Schwarzenberg-Monument von Hähnel. Aufgaben, wie

einem Reitermonument, ist der Bildhauer Häbnel nicht vollständig gewachsen.

 '

Als Bildhauer hat Fernkorn keine Schule gebildet und konnte es

auch nicht, denn dazu fehlten ihm alle Vorbedingungen; wohl aber hat

er es verstanden in seinem Atelier immer eine grosse Zahl von tüchtigen

Arbeitern heranzuziehen, wie Bildhauer, Ciseleure und Monteure, die ein

Erzgiesser unerlässlich nöthig hat. Es ist schon öfter die ldee angeregt

worden ein Fernkorn-Museum zu machen, ähnlich wie das Schwanthaler-Museum

 in München, das Rauch-Museum in Berlin, das Rietschel-Museum

in Dresden und das Thorwaldsen-Museum in Kopenhagen. Wenn es sich

nun bei einem solchen Museum nur um die Aufbewahrung der Fernkornschen

 Modelle handeln würde, wäre gegen die Durchführung dieser ldee

nicht viel einzuwenden. Dagegen würde es den Standpunkt der Kunst

vollständig verrücken, wenn man meinen würde, mit der Errichtung eines

solchen Museums ein Institut zu schaffen, das mit den früher genannten

Museen auf gleiche Stufe gestellt werden könnte. Das eigentliche Fernkorrfsche

 Museum sind die Erz-Statuen, die er gegossen hat. Der Schwerpunkt

 Fernkorn's liegt absolut nicht in seiner künstlerischen Bedeutung,

sondern wesentlich in der Beherrschung des Erzgusses und in der seltenen

Verbindung der Fähigkeiten eines Bildhauers mit dem Metier eines Erzgiessers.

 Aus seinem Atelier sind eine grosse Anzahl kleiner Statuetten

und Entwürfe hervorgegangen und es ist zu bedauern, dass in der Zeit

als Fernkorn auf der Höhe seiner künstlerischen Thätigkeit stand, die

kleine Plastik nicht so entwickelt war als dies heutigen Tags der Fall ist.

Fernkorn würde wohl der Mann gewesen sein, die künstlerischen Bedürfnisse

 in der kleinen Plastik im Erzguss zu befriedigen. Da Fernkorn der

hervorragendste Erzgiesser war, der in Oesterreich gelebt und sich um

die Entwicklung des Kunsterzgusses vielfache Verdienste erworben hat,

_ so ist es wohl passend, seinem Andenken in dem Organ des Oesterr.

Museums diese Zeilen zu widmen. R. v. E.

Literaturharicht.

"Art in the Hausen by Jacob v. Falke. Edited with notes by Charles

C. Perkins. Boston, 1878. 4.

Falke's Buch uDie Kunst im Hause: liegt uns nun vor in einer reich illustrirten

Prachtausgabe in vorzüglicher englischer Uebersclzunfund mit Einleitung und Noten versehen

 von Charles C. Perkins, dem kunstgebildeten und gelehrten Verfasser der Werke

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