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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XV (1880 / 174)

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dem Ende liefert er eine Uebersicht derjenigen Kunstarbeiten, welche nothwendig

 vorhanden sein müssten. Wollte heute Jemand eine solche detaillirte

 Vorschrift für die Zusammenstellung eines Museums abfassen, so

würden ihin Hilfsmittel und Nachweise in Fülle und Ueberfülle zu Gebote

stehen. Aber in der bis zur Unübersehbarkeit angeschwollenen Literatur

über Sammlungen, über Geschichte oder Technologie der Kleinkünste -

wie wenig datirt über das Jahr x85! zurück! Wie gering war damals noch

die Zahl guter Kataloge! Um so bewunderungswürdiger erscheint uns,

wenn wir das berücksichtigen, die umfassende Kenntniss der Denkmäler

und der Literatur_ in dem von Semper angefertigten Kataloge. Es wäre

verlockend, würde uns aber hier viel zu weit führen, ihm bei seiner Wanderung

 durch das weite Gebiet der technischen Künste zu folgen und zu

zeigen, in welchem Grade er überall zu Hause war, mit welcher Aufmerksamkeit

 er von jeher auch diese so lange Zeit verachteten Aeusserungen

des Kunsttriebes verfolgt haben muss. Aber es ist doch nothwendig, einen

Einblick in sein System zu gewähren, wobei wir uns des Eingehens in

das Detail enthalten müssen.

Die erste Abtheilung soll die Rohmaterialien, die Maschinen und

Werkzeuge zur Bearbeitung der Metalle und anderer harten Stoffe zur

Anschauung bringen und zwar in folgenden Unter-Abtheilungen: A) Metalle

und metallurgische Operationen. B) Nichtmetallische Mineralien, als Edelsteine,

 Steine, welche von der Glyptik verwendet werden, Mineralien zur

Herstellung des Email und anderer Pasten, Mineralien, welche bei dem

Gussverfahren in Anwendung kommen, solche zum Schleifen, Poliren etc.,

zum Färben, zum Einbrennen, Schmelzen u. s. w. C) Vegetabilische und

animalische Substanzen. In entsprechender Umständlichkeit werden dann

die Maschinen und Werkzeuge classificirt, dann die verschiedenen Processe

der Bearbeitung und der Ornamentatilon. ln diesem letzten Abschnitte tritt

zu dem technologischen bereits das kunsthistorische Moment, und ich

kenne kein Werk, in welchem die charakteristischen Eigenschaften und

unterscheidenden Merkmale der zahlreichen Varietäten einer Gattung kunstgewerblicher

 Arbeit, beispielsweise des Ernail, so kurz, präcis und allgemeinverständlich

 angegeben wären, wie hier.

War es der Zweck dieser Abtheilung, die Steife vorzuführen von

ihrem natürlichen Vorkommen Schritt für Schritt durch die lange Reihenfolge

 chemischer und mechanischer Processe, so sollte mit derselben correspondiren

 eine Auswahl der vorzüglichsten Leistungen in den verschiedenen

 Fächern, und hier eben entwickelt Semper seine erstaunliche Denkmälerkenntniss.

 Er ist für keinen einzelnen Fall in Verlegenheit die besten

Originale namhaft zu machen, ob sie nun in Londoner, Pariser, römischen,

Florentiner, Turiner, neapolitanischen, Wiener, Berliner, Münchener, in

russischen, niederländischen, dänischen, öffentlichen oder Privatsammlungen,

oder in Publicationen, seltenen Bibliothekswerken etc. zu finden seien.

Dazwischen sind historische, antiquarische, ästhetische Bemerkungen ein-
            
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