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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1888 / 9)

187

Nach den oben angeführten Umständen wird die Erklärung der

Zeichnung der Repunzen keine Schwierigkeiten bieten.

In Fig. 2a bedeutet das Innere, 12A, dass der Gegenstand wenigstens

 zwölflöthig ist (eine höhere Feingehaltszahl wurde meines Wissens

nie angewendet) und dass er in der Repunzirungsstätte A bezeichnet

worden ist.

Welche Repunzirungsstätte die Buchstaben bezeichnen, ergibt sich

aus dem vorher angeführten Kreisschreiben (ä. 16), woselbst wir die

Reihenfolge der Städte angegeben haben. Demnach wäre:

A : Wien, F : Linz,

B : Prag, G : Graz,

C : Brünn, H r. Laibach,

D I Lemberg, l : Klagenfurt,

E : Krakau, - K I Triest,

L : Salzburg.

Dass es so und nicht anders ist, bestätigen die Zusammenstellungen

der auf verschiedenen alten Silbergegenständen vorgefundenen Beschauzeichen.



Wo das Silber minderhältiger als zwölflöthig befunden wurde,

verwendete man die nächste Repunze, Fig. 2b, mit Mondsichel und entsprechendem

 Buchstaben der Repunzirungsstätte; dadurch hat man das

Geräthe als Silber anerkannt, ohne aber für die Probehältigkeit Garantie

zu geben. Die dritte Art der Repunze fand Anwendung bei kleineren

Silbergegenständen oder auch nicht selten bei größeren, wie es scheint

aus Rücksichten, um den Gegenstand durch das Repunziren nicht zu

beschädigen (die Garantie außer Acht lassend), endlich bei den Goldsachen.

Etwas anders beschaffen sind die Nothstempel (s. Fig. 3a, b, c).

Dieses letztere oder die Worte wNeuer Stempeln können die Buchstaben

NS vertreten. Fig. 3a und 3b enthält ein Monogramm aus F und R;

der Umstand, dass diese Marken nur auf den Gegenständen zu finden

sind, die vor dem Jahre 1810 erzeugt wurden, berechtigt uns zu der

Annahme, dass es die Bedeutung des Wortes "freie (nämlich von der

Einlieferung) habe, was auch durch die im Gesetze vom Jahre 1824

angeführte Benennung "Freistämpelungn seine Berechtigung findet.

Der erste Nothstempel (Fig. 3a) scheint bei den größeren Stücken,

der zweite (Fig. 3b) bei den kleineren Silbergeräthen angewendet worden

zu sein; die dritte elliptische Marke (Fig. 3c) erhielt zum Gegensatze

der früheren Nothstempel außer dem Monogramm aus F und T, welches

nach meiner Meinung die erst neu wfertigu gemachte Waare bezeichnen

soll, auch den wechselnden Ortsbuchstaben, in diesem Falle A "). Für

") Obwohl, wie auch die in der kirchlichen Ausstellung gewesenen Gegensmnde

beweisen, die Punzenbestimmung nicht gar zu stricte genommen und statt 3b die Punzc

3c verwendet wurde.

13'
            
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