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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1888 / 10)

um nur Eines zu erwähnen, die Gründung der speciellen Faehschulen,

für welche die Kunstgewerbeschule die Lehrer zu bilden hatte. Es stellte

sich auch das Bedürfniss heraus, die Schule in directe Verbindung mit

der Industrie zu setzen, derselben in mancherlei Technik bereits praktisch

geübte Kräfte zuzuführen, andererseits aber auch erkannte man die Nothwendigkeit,

 sich das Schülermaterial für die Kunstgewerbeschule erst

vorzubereiten.

So entstanden nach und nach, wie gerade das Bedürfniss dringender

und dringender gefühlt wurde, auch wohl wie die passenden Lehrkräfte

sich darboten, erst die Vorbereitungsschule, dann die chemisch-technische

Versuchsanstalt, die Ateliers für Holzschnitzerei, für Emailmalerei, für

die feinere Technik der Metallarbeiten in Ciseliren, Treiben, Graviren,

für Radirung und zuletzt auch für Xylographie. Sie alle wurden, wie sie

entstanden, nach und nach der Schule angegliedert, ohne mit ihr in eine

systetnmäßige Verbindung zu treten. Dieser Gang der Dinge war natürlich,

 weil die Erfahrung ihn mit sich brachte; früher oder später musste

aber aus dem wie zufälligen Conglomerat ein Organismus werden.

Man machte aber noch andere Erfahrungen, welche mit den bisherigen

 Statuten nicht stimmten, Erfahrungen, mit denen sich die Nothwendigkeit

 herausstellte, Statuten und Lehrplan in einigen wesentlichen

Punkten zu ändern, die Aufgaben der Schule zu erweitern, andererseits

auch zu beschränken. Sie betrafen ebensowohl den eigentlichen Unterricht,

 wie insbesondere noch die Vorbereitungsschule und die chemischtechnische

 Versuchsanstalt.

Diese Zustände, länger gefühlt und öfter beredet, gelangten im

Schoße des Aufsichtsrathes zur Besprechung, als unter dem gegenwärtigen

 Ministerium die Kunstgewerbeschule ihre eigene Inspection erhielt,

welche gegenwärtig aus dem Director von Engerth, Professor von Zumbusch

 und Oberbaurath Köchlin, sämmtlich Mitgliedern des Curatoriums,

besteht. Ihre Berichte boten die Veranlassung dazu, und in Folge dessen

beauftragte das hohe Ministerium den Aufsichtsrath mit der Berathung

und Abfassung neuer Statuten und eines neuen oder, soweit nöthig,

veränderten Lehrplanes. Wie es in der Natur der Sache liegt, musste

der Lehrkörper selber zuerst zum Worte kommen und seine Erfahrungen,

Wünsche, Ansichten und Vorschläge zum Ausdruck bringen. Das geschah

in einer Reihe von Sitzungen des Lehrkörpers, aus denen ein Elaborat

hervorging, das wiederum dem Aufsichtsrath als Grundlage seiner Berathungen

 und Vorschläge diente. Diese Berathungen, an welchen außer

den gewöhnlichen Mitgliedern des Aufsichtsrathes auch noch die Curatoren

 Oberbaurath Köchlin und Regierungsrath Professor Bauer theilnahmen,

 fanden im Laufe des letzten Winters statt. Der so entstandene

Entwurf sowohl der Statuten wie des Lehrplanes erhielt vollinhaltlich

die Zustimmung des hohen Ministeriums, die neuen Statuten wurden an

Allerhöchster Stelle genehmigt und beides, Statuten und Lehrplan, sofort
            
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