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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1888 / 12)

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Keramik, insbesondere Porzellan; in der Specialabtheilung das Blumenmalen

 in Wasser-, Oel- und Pastellfarben, Malen auf Thon, Radiren für

den Ueberdruck auf Thon.

Für Mädchen und Knaben bestehen getrennte Abtheilungen. Die

Letzteren sind der Mehrzahl nach bereits in Werkstätten beschäftigt und

ihr Unterricht fällt daher in die Abendstunden; die Mädchen gehören

zumeist den bessergestellten Gesellschaftschichten an und haben nicht

Gelderwerb im Auge. Ihre Leistungen im Blumenrnalen sowohl als in

der Composition sind gleichwohl höchst beachtenswerth. Sie malen zuerst

die Blumen, welche sie ornamental verwenden wollen, auf Papier, skizziren

 dann die Composition für Gefäße, Fächer u. dgl., und führen sie

auf dem Papier vollständig aus, bevor sie an das Uebertragen gehen. Ehe

sie zum Malen zugelassen werden, müssen sie in der Handhabung des

Bleistifts und namentlich in der Umrisszeichnung völlige Sicherheit erlangt

 haben. Zu dem Zwecke wird eine, ohne Zweifel mechanisch zu

nennende, aber in den Erfolgen angeblich sich bewährende Unterrichtsmethode

 befolgt, indem man z. B. Kreise, Quadrate, Dreiecke, Halbmonde

 u. dgl. m. in Netze zeichnen lässt. Doch hat dieses System in

Frankreich (wie überall) auch die entschiedensten Gegner.

Ebenfalls wie überall verhalten sich die Thonwaarenfabriltanten von

Limoges zum großen Theil ablehnend gegen die Schule, weil sie entweder

 keine künstlerisch gebildeten Kräfte verwenden können oder wollen.

Die Schule und das reichhaltige keramische Museum befinden sich

in einem ehemaligen Kloster, welches begreiflicherweise für die jetzige

Bestimmung wenig geeignet ist. Daher sind bereits i,8oo.ooo Frcs. für

einen Neubau bewilligt.

Die städtische Kunstschule in der Rue Elisabeth in Paris zählt

durchschnittlich 300 Abendschüler, Lehrlinge und Arbeiter in den verschiedensten

 Werkstätten: Baubandwerker, Mechaniker, Graveure, Musterzeichner,

 Tapeziere etc. etc.

Außerdem können in Paris 4000 Schüler der zahlreichen Abendund

 Sonntagsschulen, in welchen Zeichnen ohne unmittelbare Anwendung

auf bestimmte Gewerbe geübt wird, gerechnet werden.

Die Juwelierschule wird von der Genossenschaft der Pariser Juweliere

 erhalten und bezieht 3000 Frcs. Zuschuss vom Handelsministerium.

Die Schiilerzahl beträgt etwa 60, das Schulgeld 2 Frcs. monatlich. Die

Schüler sind Lehrlinge und Gehilfen in Gold- und Silberschmieden und

Juweliergeschäften, genießen zwei Stunden Abendunterricht und der Curs

ist dreijährig. Der Unterricht, ausschließlich nach den Bedürfnissen der

genannten Industrien geregelt, umfasst Modelliren, Zeichnen, Malen,

Emailliren. Es zeigt sich dort, dass Arbeiter, welche bereits die Eigenthümlichkeiten

 ihres Materials aus praktischer Erfahrung kennen und zu

behandeln wissen, die besten und eifrigsten sind bei der Aneignung

künstlerischer Fertigkeiten. Die Juweliere erkennen dies auch an, gestatten
            
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