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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1877 / 136)

Das ist vollkommen der richtige Standpunkt. Wir wollen dem Streben

dieser Fabrikanten in keiner Weise zu nahe treten. Ihre Leistungen befinden

 sich für das, was sie sind, auf ganz richtigem Wege. Veredlung

des ordinären oder, wenn wir diesen Ausdruck nicht gebrauchen wollen,

des populären Gebrauchsgeschirres, dessen, was in jedes Haus zum täglichen

 Gebrauche kommt, das ist eine vollkommen gerechtfertigte, von

unserer Industrie mit Nothwendigkeit zu lösende Aufgabe. Diesen Zweck

erfüllt auch die Znaimer Fabrication in gewissem Grade und insoweit ist

der Ruf, den sie sich erworben hat, wohlbegründet. Aber darüber hinaus

ist sie auch nicht gekommen; jenen Schritt, der vom Gebiete des Handwerkes

 in das Gebiet der Kunst hinüberführt, hat sie noch nicht gemacht.

Wohl macht sie solche Ansprüche, zum Theile schon durch die Preise,

die von Jahr zu Jahr fast regelrnässig gewachsen sind und vielfach schon

ausser Verhältniss zum Werthe der Waare stehen, was in noch weit

höherem Grade von einem Fünfkirchner Fabrikanten Szolnay gilt, dessen

ebenfalls in sich vollberechtigte Aufgabe die Veredlung des ungarischen

Bauerngeschirrs bildet.

Die Znaimer Fabrikanten haben auch Kunstarbeiten versucht, aber

was davon sichtbar geworden, ist im Vergleiche mit den alten Majoliken

wie den modernen Leistungen Italiens nur als misslungen zu betrachten.

Weder die Technik hat ausgereicht, noch die Hand. Auch die alten Maioliken

 erscheinen in der Zeichnung oft roh und voll Fehler; aber es sind

die flüchtigen Arbeiten einer virtuosen Hand, die Besseres leisten könnte,

während bei den Znaimer Majoliken eine unausgebildete, dilettantische

Hand das Beste gibt, was sie geben kann.

Auf dieser Ausstellung haben die Znaimer Fabrikanten Slowak und

Klammerth ihre Versuche beschränkt und sind mehr mit dem erschienen,

worin sie ihre Stärke besitzen. Slowak ist von seinen bunteren Arbeiten

zur blauen Delfter Art zurückgekehrt und 'er hat recht daran gethan.

Klammerth bringt vorzugsweise sein graues, dunkelblau verziertes Steingut,

 ein an sich gutes Genre, und er zeigt uns in der Mehrzahl reinere

Formen und besser gezeichnetes Ornament. Manches ist vortrefflich

gelungen.

Neben ihnen sehen wir aber zum ersten Male in Wien eine grössere

Collection wirklicher Kunstarbeiten auf dem Gebiete der Fayence- und

Majolikenfabrication, Arbeiten, die den Vergleich mit Allem, was je in

ihrer Art geschaffen, durchaus nicht zu scheuen haben, und wir fügen

gleich hinzu, da wir doch einmal schon vom Preise gesprochen haben,

dass sie ohne Verhältniss billiger sind als ihre sie in gar keiner Weise

übertrelfenden Concurrenten der italienischen Fabrik Ginoris in Doccia.

Aussteller und Fabrikant ist Herr Ludwig Schütz, Besitzer der Thonwaarenfabriken

 zu Liboje bei Cilli und zu Olomuöan bei Blansko in

Mähren. Aber was kann aus Liboje oder aus Olomuöan Gutes kommen?

In der That ist es auch in Wirklichkeit Wien ,und hier zugleich die Mit-
            
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