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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 149)

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haben, unseren besten Dank aussprechen, in erster Linie dem Unterrichtsministerium

 und dem Reichsrathe, ferner den höchsten Personen, die seit

jeher und in unveränderter Weise ihren mächtigen Schutz unserer Anstalt

haben angedeihen lassen. Wir müssen zugleich mit warmer Anerkennung

des Architekten gedenken, der es verstanden hat in so einfacher Fbrm die

italienische Renaissance zum Ausdruck zu bringen und der ohne irgend

einen grösseren decorativen Schmuck eine so hervorragend künstlerische

Wirkung erzielt hat. Denn es kann gar keinem Zweifel unterliegen, dass

das neue Gebäude der Kunstgewerbeschule des Museums eine Perle der

modernemArchitektur Wiens geworden ist. Dies ist der Eine Punkt, den

ich zum Gegenstande meiner heutigen Erörterungen zu machen mir erlaubte,

 und ich schreite nun zur Besprechung einer anderen Frage.

ll.

Unter allen Fragen des öffentlichen Unterrichtes gibt es keine, welche

schwieriger zu behandeln ist, als jene, die sich auf den technischen

Unterricht bezieht, insbesondere auf den elementaren Theil desselben.

Die Schwierigkeiten liegen wesentlich darin,'dass es nicht blos eine rein pädagogische

 Frage ist, welche beantwortet werden soll, sondern dass auch

die socialen Standpunkte in Erwägung gezogen werden müssen, welche einen

grossen Theil unserer Bevölkerung betreffen. Ein grosses polytechnisches Institut

 oder eine grosse Gewerbeschule ist verhältnissmässig leicht herzustellen,

aber etwas zu schaden, was zur Förderung des weitverzweigten Gewerbestandes

 und den Bedürfnissen der Lehrlinge und Gesellen dient, ist eine

ausserordentlich schwierige Sache. Dieser Schwierigkeiten bin ich mir

vollkommen bewusst, indem ich mir erlaube auf einen ganz besonderen

Theil der gewerblichen Bildungsfrage einzugehen, und diese, ich möchte

sagen, nur versuchsweise zu behandeln in der Holfnung, dass die Anregung,

 die dadurch gegeben wird, auch andere Persönlichkeiten zum Nachdenken

 und zu Vorschlägen anrege. Die äussere Veranlassung, dieses

Thema zu behandeln, war die im vorigen Jahre und heuer von mir unternommene

 Bereisung eines Theiles der österreichischen Monarchie, wobei

ich die Wahrnehmung gemacht habe, dass bei allen Anstrengungen, die

zur Hebung der allgemeinen Volksbildung geschehen sind, für die elementare

 gewerbliche und speciell technische Bildung ausserordentlich geringe

 Fortschritte zu verzeichnen sind, und dass bei den gegenwärtigen

Schulverhältnissen und socialen Zuständen vielleicht auch sehr wenig geschehen

 kann. Die Zustände von Wien, überhaupt von den Großstädten,

sind in dieser Beziehung nicht massgebendf; man muss die kleineren Städte

gesehen haben, um die Hilflosigkeit des Arbeiter- und Gewerbestandes,

die Stagnation der gewerblichen Technik und die Isolirung einiger Fachschulen

 von den Gewerbetreibenden selbst beurtheilen zu können, und

man wird sich der Ueberzeugung nicht verschliessen, dass etwas geschehen

müsse, um den elementaren gewerblichen Unterricht in andere Bahnen zu
            
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