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Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XV (1880 / 175)

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Auch Wolfgang Schmelzl, der biedere Lobsinger der Donaustadt von

1548, gedenkt der wFenster wohl mit eysen zain, toppelt vergättert allenthalbenu.

 Aus der späteren Zeit, der die in unserem Werke abgebildeten Gitter

entstammen, kennen wir zwar zahlreiche Namen ansässiger Schlosser, jedoch

leider, ohne in den meisten Fällen die erhaltenen Arbeiten auf einen dieser

Namen beziehen zu können. So liefern die Urkunden z. B. folgende Meisternamen:

 1684 Jacob Degel, Anton Schneider, Hans Dillinger, Michael

Scherer; 17oo Georg Munrz, Simon Vogel, Franz Trick, Johann Köfl;

1770 Tobias Degen; 1775 Balthasar Weiss, Joseph Sradler, Anton Schrnid,

Hofschlosser, Albert Pablet, Hermann Pitt, Joseph Conrad u. A. Von

genanntem Vogl besitzen wir allerdings ein schönes Stück Arbeit, welches

in dem Werke, Tafel 3, auch reproducirt erscheint. Es ist das, in jüngster

Zeit leider mit einem höchst geschmacklosen Oelanstrich verunzierte Gitter

des Balcons im Hofe des Rathhauses, welches über der Nische des Donner'schen

 Perseusbrunnen angebracht ist. Simon Vogl erhielt dafür 1725 eine

Bezahlung von 460 Gulden; er war ein wohlhabender Bürger, als dessen

Eigenthum Häuser in der Stadt und Alservorstadt genannt werden. Einigermassen

 unterrichtet sind wir ferner über die prachtvollen Schmiedearbeiten

am Schwarzenbergischen Sommerpalais, von denen es sehr wahrscheinlich

ist, dass der grosse Daniel Grau der Entwerfer der Dessins gewesen sein.

dürfte. Ich danke der Güte des fürstlich' Schwarzenberg'schen Archivdirectors

 Herrn Adolf Berger hierüber folgende interessante briefliche

Mittheilung :

nNilCh Adam Franz" (des Fürsten) Tode wurde 173g noch während

der Minderjährigkeit seines Sohnes Josef Adam ein neues grosses Glasoder

 Cidratenhaus erbaut. Der Voranschlag über die Schlosserarbeit wurde

von dem Schlossermeister Bernhard Vollaster geliefert. Zwölf Jahre später,

anno 1751, tritt dieser Schlossermeister als Vollaster, oder auch ßßollasteru

wieder auf, und zwar anlässlich des Baues der neuen, grossen Winterreitschule

 bei dem Gartenpalais. Vollaster und der Wiener Tischlenneister

Leopold Renner, beschweren sich, dass man bei diesem Baue auf andere

Schlosser und Tischler zu greifen gedenke, nachdem doch beide schon

seit langen Jahren, er, Vollaster, schon in die vierzehn Jahre, nsämmtlicheu

Schlosser- und Tischlerarbeiten wbei der Fürstlichen Residenz- und Gartenu

geliefert. Von einem andern Schlosser sprechen die erhaltenen Acten etc.

nicht, Vollastefs Thätigkeit reicht also sicher bis 1737 zurück, zu welcher

Zeit zwar das in dem Werke, Taf. 24, abgebildete Brüstungsgitter schon

vollendet war, gewiss aber noch manche kunstreiche Arbeit enstand.

Die Eisenarbeiten jener Bauten in Wien und Umgebung, auf welche

die Schule der Fischer von Erlach Einfluss hatte, bekunden auch einen

verwandten Stil. So überrascht z. B. die Aehnlichkeit des schönen Kirchenthores

 vor der durch den jüngern Fischer 1740 vollendeten imposanten

Kirche zu GroBweikersdorf mit den Gittern des Belvederes. Aehnlich sind

jene von Schlosshof, und selbst diejenigen des Schlosses Eszterhazy in

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