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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XV (1880 / 177)

daraus ein schöner rother r'ärbestort gewinnen, welcher rnenweise m den 
Zellen des weiblichen Thieres, theilweise aber eingetrocknet" in den von 
den entschlüpften Maden erzeugten Durchlöcherungen des Harzüberzuges 
vorhanden ist. Dieses farbhältige Harz heißt im Sanskrit läkschä, davon 
pers. ldk, lukä, griech. Adxxa, Mixxoi, Äoxxää, Äaxää, Äuxä u. s. w., 
unser Lack. 
Die soeben genannte allgemeine Bezeichnung einer speciellen indischen 
Farbsubstanz als uWurmerzeugte-l, verbreitete sich über Mittelasien her 
nach dem Westen in den verschiedensten Formen und Uebertragungen 
auch auf die rothfärbenden Substanzen anderer lnsectenarten und auf die 
Thiere selbst. So ist denn also auf Kzjmidscha hinzuführen, das Kir-mir 
der Araberl"), Türken '65) und Perser '66), worunter wohl im Allgemeinen 
das zuerst genannte lnsect der Coccina- Gattung zu verstehen ist, von 
welch" letzterer jedoch die arabischen Autoren ganz besonders eine in 
Armenien heimische ausgezeichnete Species hervorheben: offenbar "die 
Porphyrophyra Hamelii Brandt. Diese armenische Kirmz} war weit und 
breit berühmt; man exportirte sie überallhin, sogar nach Indien '57). Ihrer 
Färbekraft entsprechend, fand sie nur wieder Verwendung für Gespinnste 
thierischer Substanz (mä käna haiwänijjan), wie Flockseide (kagg) und 
Schafwolle (ßüf), nicht aber Baumwolle (kuthnfss), dann insbesondere 
für die feine Ziegenwolle (mafiga), aus welchem Materiale die rothen 
Teppiche, Kissen, Sitzpöister, Zugschulire für Beinkleider u. s. w. ver- 
fertigt wurden '69). ln Folge der Provenienz und des allgemeinen Rufes, 
dessen sich dieseKirmiz erfreute, hieß sie bei den Arabern vorzugsweise 
ßibgh drmemj "Armenische Farbecrm). 
Was nun die Etymologie von Kirmi; betrifft, so waren die Muham- 
medaner weit entfernt den wahren Ursprung dieser Farbbezeichnung zu 
erkennen. Während die Araber wenigstens das Wort im Persischen 
suchen m), erklären es die Perser selbst für türkisch m). Wenngleich in 
m) In Spanien Kenne; (davon span. alquenneq); s. Dozy, Suppl. ll, p. 337, s. v. 
"') Welche auchximü; schreiben. 
m) Bei ihnen auch Kinne; gesprochen, s. Mußtilahäli bahiri ädschem, 
Cnleutta, 1853, s. v. Ijinnig. _ 
'") lstnchri, I. e. p, x90. - Mukuddasi, l.. c. p. 380. - Auch Cvhardin, 
Voyages en Perse etc. 1829, IV, p. 125 sprich! davan. 
'") Tädsch el-hrßs, l. c. tom. IV, p. 69, s. v. Kirmip 
m) lenchri, I. c. p. x88. Ibn Haukal, p. 244. 
m) Dschawäliki, el-Muäirrab, l. c. p. 123. - Tädsch elünrüs, Tom. IV, 
p. 69. - Das: man auch die obenerwühnten "mit Kirmiz gefärbten Teppiche anderswo 
im Orienxe nachzuahmen bestrebt war, geht lus verschiedenen Berichten hervor. Ich er- 
wlhne nur für Aegypten die Orte Usjüt und Uschmünejn bei Jnfkübi, l. c. p. 1x9 
und Me-krizt, Chint, I, p. 23g. 
"") Tldsch el-ärüs, l. c. 
"') Mußtälahixi bnhuri ädschem, I. c. 
6.
	        

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