Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 185)

(Permanente Ausstellung der chemisch-technischen Versuchsanstalt.)

Die chemwtechn. Versuchsanstalt des k. k. Oesterr. Museums hat mit Beginn des Jahres

im Saale VI des Museums eine permanente Ausstellung eröffnet, welche die Thatigkeit

der Anstalt im Interesse des Kunstgewerbes und der Industrie dem Publicum anschaulich

machen soll.

Die bisher an der Anstalt erfundenen oder dem Studium unterzogenen Decorationsmetboden

 für Thonwaaren, Glas und Metall sind in den betreuenden Präparaten und

Probesnücken, deren Anwendung demonstrirend, vorgelegt. Beigefügte Erklärungen und

ein ausführlicher erlauternder Katalog werden das Verständniss der Obiecte vermitteln.

Die Ausstellung ist vorderhand in zwei Kasten getheilt: I. Keramik und Glas, II. Metall

umfassend.

Kasten I enthält die an der Anstalt ausgearbeiteten Decorationstechniken der

vMaiolikafarben in Tubenl, der i-Frittfarbenu und Jlustictechnik- unter

Glasur, des iPäte-Emailsl in zwei Serien, der farbigen Hafner-Emaile und

Glasuren für freies Feuer, Versuche mit Müsterfarben und Glanzgold, die

Technik des Golddrucks auf Hafnerglasur u. s. w., die farbigen [Pite-Emaile

für Glas. Ferner Studien der Eleyen der Anstalt und schließlich einige Resultate der

von Herrn A. Koczourek im Auftrage Sr. Durchl. des Fürsten A. Schwarzenberg durchgeführten

 Arbeiten über böhmische Thonr, Ocker, Graphite und deren Anwendung.

Kasten Il umfasst die Decoration der Metalle: Gusseisen, Kupfer, Bronze. Die verschiedenen

 Methoden der v-Scbmelzpatiniruny, die Anwendung des nTauschir-Goldes

 und -Silbersv, des Purpurins auf Bronze, das Päte-Email auf farbig

ernaillirtern Eisenblech sind an einer Reihe von Obiecten zur Anschauung gebracht.

- Die Ausstellung wird fortlaufend durch neue Arbeiten der Anstalt erweitert werden.

(Besuch des Museums.) Die Sammlungen des Museums wurden im Monate

Janner von 19.377, die Bibliothek von 3408, die Vorlesungen von 716 Personen

 besucht.

(Geschenknier Wiener Handelskammer an das Museum.)

Der Direction des Museums war in jüngster Zeit eine Sammlung von

Textilarbeiten verschiedenster Art, wie Gewebe, Stickereien, Passementerien,

 Spitzen, die meisten sehr seltener, namentlich spanischer Provenienz

zum Ankauf angeboten worden. Die Gegenstände sind ausnahmslos als

Muster für unsere Industrie zu verwerthen und der Preis ein ungewöhnlich

 niedriger. Da das Museum nicht mehr über den erforderlichen Betrag

von 350 B. verfügte, so wäre diese Gelegenheit zu günstigem Ankauf

dem Institute entgangen. Auf Ansuchen der Direction hat jedoch die

Wiener Handelskammer nach dem Antrag ihres Herrn Vicepräsidenten

Isbary, welcher sich von der Preiswürdigkeit und Verwendbarkeit der

oiferirten Sammlung durch den Augenschein überzeugt hatte, durch Ge-Währung

 des nothwendigen Betrages den Ankauf der erwähnten Mustersammlung

 ermöglicht.

(Dr. 3811111011 Kabdebo f.) Mitten in der Arbeit, kaum dreißigjahrig, wurde

dieser junge Kunstforscher durch den Tod hinweggeralft. Durch Veröffentlichung einer

Bibliographie über die Türkenbelagerung Wiens und Herausgabe von Dichtungen, die}

sich auf jenes Ereigniss beziehen, hat Käbdebo zuerst die Aufmerksamkeit] der literarischen

Kreise auf sich gelenkt. Hierauf setzte er aber seine Gesundheit und man kann wohl

auch sagen sein Vermögen an die Durchforschung der Wiener und einiger Provinzialarchive.

 Eine zahllose Fülle von Notizen für die Geschichte der Kunst und Industrie in

Oesterreich war das Ergebniss dieser rastlosen Arbeit. Die beabsichtigte Verwerthung

derselben für ein nOestei-reichisches Künstlerlexikom war ihm allerdings nicht vergönnt,

aber in einer Reihe von Aufsätzen sind wenigstens theilweise jene Detailstudien niedergele

 t. Ktibdebds gediegenste Leistung ist seine Monographie über Matthäus Donner und

die iener Graveurakademie. Daneben nahm die Redaction der -Kunstchronili- seine ganze

Kraft in Anspruch und untergrub vollends seine ohnedies schwache Gesundheit, obwohl

ihm hohe Gonner während der letzten Winter den Aufenthalt in Venedig ermöglichten.

Was ihm vielleicht an Talent abging, suchte Kabdebo durch außerordentlichen Fleiß zu

ersetzen; der Energie seines Wollens und der Unermüdlichkeit seines Strebens wird

Jedermann Anerkennung zollen müssen. Die leider gar kleine Schaar der jungen Forscher,

welche ihre Arbeit der heimischen Kunst zuwenden, erleidet durch Käbdebds Tod einen

argen Verlust.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.