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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 185)

ein großes, igielverzweigtes. Wir" sehen sie im Dienste, denqÄtchitei-{tiif 
 grauefr-lfuprzeitjiderselben _das unerlässlicheßillvlvvslitefi; I" döli 
gebrannten Baustein liefern; die Dachbekleidung, der äußere Schmuck 
der Bauten fällt ihr häufig zu; für die Innenräume schaßt sie Wandver- 
kleidungen, Bodenplatten; der Stubenofen, das wichtigste; Möbel des deut- 
schen Hausesf dals unis den Wohnraum. zu reinem behaglichen gestaltet, 
ist Thonproduct. . 'ßl "1 _ w; . 1' 
Da sehen wir die Keramik der Metall-, der Glasindustrie und allen 
die Macht des Feuers nützenden Gewerben Apparate und Geräthe schaffen, 
die der heftigsten Gluth widerstehen, das Feuer bändigen. Die Industrie 
des feuerfesten Thones, im fortwährend raschen Aufsteigen begriffen, ist 
heute bereits zu einer solch, mächtigen Entwicklung gediehen, dass "sie 
unter die Großindustrien rangirt, miIQdenen man volkswirthschaftlich 
rechnenmuss, In England allein werden jährlich an 3z,5oo.o0o Centner 
feuerfester Thon gehoben. 
Selbst das Pflaster in unseren Städten hat die Thvonindustrie in 
ihren Bereich gezogen. Heute macht das Klinkerpflaster dem natürlichen 
Steine bereits lebhafte Concurrenz. i ' 
Endlich sehen wir die Keramik der freien Kunst in Plastik und selbst 
Monumentalplastik dienen, bis wir zu ihrer ureigenen und Hauptaufgabe 
gelangen, in deren Lösung sie sich ebenso vielseitig entwickeln konnte, 
unser Geräth zu bilden, vonrfeinfachen Topfe des häuslichen Herdes 
durch die Reihe des Nutzgeschirres bis zu den Schaugeräthen und Pracht- 
gefäßen klesVSalbhs. 1 ' 
1 In dieseml-Kreise der-Aufgaben der Keramik werden? wir auch 
unsere Faiyencetr suchen; hier sind in demIStreben, die Geräthe immer 
vollkommener, besser und schöner zumachen, nach und nach alle Mittel, 
die dizewissenscliaftffechnik und Kunst bieten, einbezogen worden, bis 
die Keramik ihre heutige Stufe der Ausbildung erlangtel Die vielerlei 
Rohstoßie, die man heute zu benutzen und' zu verarbeiten versteht, die 
Menge technischer Methoden, die uns nun zu Gebote stehen in Combi- 
nation mit den differenzirten Zwecken der Producte, all" das zusammen 
gibtiuns heute ein solches Heer von Thonwaaren, dass eineiSichtung, ein 
Auseinanderhalten derselben, eine Unterscheidung zu den schwierigeren 
Aufgaben der Technologie Zäbltr - - ß ' 
' 51h lder Entwicklung der keramischenlndustrie können wir, wie" in 
keiner anderen, die zwei Richtungen des-hllgerneinen Culturfdrtschrittes, 
diießlin der-Gegenüberstellung- von Technik und ' Kunst ihren besten 
Ausdruckl finden" mögen, deutlich gesondert erkennen. v 
"J -' Die Industrie hat zunächst für das praktische Bedlirfniss zu sorgen. 
Es ergibt sich daraus die Aufgabe; das leitende Princip,-technisch voll- 
kbrninenund billig zu erzeugen. i ' 1 - ' 1 V 
1- -" {Wieiweit die Keramik in der technischen Entwicklung heute ge- 
langt ist, wird auch dem Laien durch einen einfach wlergleichenden Blick
	        

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