Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 186)

Unter du aus Italien importirten Fayence-lndustrie nimmt als

vornehmste und älteste die von Nevers aus dem Ende des 16. Jahrhunderts

 den ersten Platz ein. Beispiele von Erzeugnissen dieser Fabrik

Enden wir bei Du Broc de Segange"), R-is-Paquot l") und Demmin ").

Es sind 7 Schüsseln, 2 Flaschen, 4 Vasen, 3 Krüge, eine Fontaine und

eine Statuette. Siealle datiren aus der Zeit von x60: bis 1660, nach der

Familie, welche damals die Leitung der Fabrik in Händenhatte, rEpoche

der (bnradea genannte Der Charakter dieser Majoliken in Bezug" auf

Form, Farbe und Decoration lässt sich aus den angeführten Abbildungen

recht gut erkennen. Was den ersten Punkt betrifft, so finden wir bei

Vasen, Flaschen und Krügen die Formen der Spätrenaissance, wobei der

speciell französische Typus deutlich zum Ausdruck kommt, während die

Decoration sich meist enger an die italienischemOriginale anschließt. Die

Eazben sind zum Theil brillanter als die der italienischen Majaliken, in

der Zeichnung stellen sie sich der rnittelguten Production Italiens zur

Seite. Aus einem zweiten im Jahre 1652 in Nevers vonPierre Custode

gegründeten Etablissement findet sich eine noch ganz im Geschmacke der

italienischen Renaissance gearbeitete Pilgerfiasche abgebildetibei Brogniart ").

Von jenen Muioliken, welche von den in Lyon, Amhoisennd in andere

Orte eingewanderten ltalienem angefertigt wurden, haben wir keineBeispiele

 aufzuweisen. " k" i

Aus dem beengten Rahmen, in welchen-wir durch die geringe Anzahl

 rvdn Publicationen gezwlingt waren, hernustretend, haben wir nun

auf die Werke jenes berühmten Keramikers hinzuweisen, welche für den

Techtwlogen von hohem lnteresse und für den Kunstfreund von ganz

außergewöhnlichem Reiz, der französischen F ayence-llndustrie des 1-6. Jahrhunderts

 einen 'Weltruf erwarben. Abgesehen von den {einen Unterschieden,

 welche Tainturier, einen der vorzüglichsten Kenner der iWerke

Palissfs, zu deren Eintheilnng in fünf Classen veranlassen, können wir

zwei il-{auptgattungen unterscheiden. Erstens jene, womit er? seinen Ruf

bßgnündethat, und in welcher ihm volle Originalität zukommt, die vru-'

stiques figulinesu, und dann eine spätere Gattung, in welcher ein allmäliges

 Hereinziehen der RenaissanceäFormen stattfindet, wddurch endlich die

vrustiques figulincsa ganz verdrängt werden. Zur erst "en "Gruppe gehören

alleljene Stücke, welche mit Fischen, Reptilien, Krebsen, PHanzen und

Muscheln aller Art in naturalistischer Weise verziert sind, und uns in

einer Reihe von Schüsseln, Becken, Krligen und Bechern entgegentreten.

In dieser Art besitzt das Museum eine sehr gelungene Nachbildung von

Pull in Paris, eine Schüssel, (Schr. 25, Nr. 77) und eine andere etwas

") La falence, les faienciers et les emailleurs de Nevers, Nevers 1863. P}. III-VI;

XVlll u. XX. 

") a. a. O. Pl. 92-94, 96. 99. W

") s. a. O. P1. 95 u. 96 (letztere die Wiederholung einer Abbildung bei Du Brocj.

") Muse: ceramique de Sevres Il. Paris 1845. Pl. 34 Fig. 7. W

4:
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.