Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 186)

Vortrag. von Dr. Friedr. Linke gehalten. im k... l. Oestern Mlißeum- am z" Deebr-J 1880.,

(Fortsetzung)

Auf dem classischeii Boden Griechenlands, so fruchtbar? für alle

Künste, gelangte auch die bescheidene Töpfcrkumt schon in ältcsger Zeü

,zu höherer Bedeutung, zu liünstlerischerAusbildung. Theils erheischtt- die

frühzeitig entwickelte Cultur der Griechen Gefäße füirf den Gebrauch,

besonders aber - und das ist maßgebend - sicherte. die religiösniy-mboe

 Bedeutung, die die. Gefäße erlangten, der Keramik ein. gedeihliches

Aufblühen. Bei dem hoch entwickelten Cultus der Griechen wurde bald

alle Sorgfalt und Kunst auf die Verfertigung von Thongefäßen verwendet.

Die Töpferei wurde eine freie Kunst und lieferte auch wunderbare Producte.

Unzählbar ist die Menge der Vasen, Schalen, Urnen, Arnphoren und

anderen Gefäße, welche dem Todtencultus gedient hatten und heute, den

alten Gräbern entnommen unsere Museen schmücken. Gefäße waren. den

Siegern in den öffentlichen Kämpfen als Preise verliehen worden, irdene

Gefäße waren für die Libation beim Opferdienst vorgeschrieben.

Unter den Töpfern Griechenlands gab es berühmte Künstler, die hoch

in Ehren gehalten wurden und deren Namen bis auf uns gekommen sind.

in Athen entstand eine eigene Töpfervorstadt (Keramikös).

Die griechischen Gefäße zeichnen sich durch die schöne Orangeoder

 Rothfarbe ihres Thonmateriales aus. Sie sind nur sehr schwach gebrannt,

 daher äußerst porös und für Flüssigkeiten durchlässig - als

Gebrauchsgcfäße also höchst mangelhaft, und wenn auch große, tonnenartige

 Thongefäße, als das einzige, was man zur Verfügung hatte, im

Boden der Keller eingegraben zum Aufbewahren von Oel und Wein verwendet

 wurden, so mag das immer eine missliche Sache und das. Zustandekommen

 eines ordentlichen Weinkellers nach heutigem Begriffe wohl ein

Ding der Unmöglichkeit gewesen sein. Die berühmte Katze hatte da

noch keine Rolle. Bereifte Hoiztonnen kannte man nicht und auch das

berühmte Fass des Diogenes war nur ein alter zerborsterler Tliontopf, wie

aus Abbildungen auf alten Münzen ersichtlich ist.

Wohl hatte die griechische Töpferkunst auch bereits das Mittel ihre

porösen Thongefäße durch einen firnißartigen Ueberztig dicht zu machen,

doch ist dies zum Unterschiede von den glasartigen glänzenden Uebera

fangen, die unsere heutigen Tltorrgefäße zeigen -- den Glasuren 1- an

den alten Gefäßen ein äußerst dünner schwarzer bis schwa-rzbraürier

Ueberzug von mattem Lüster, höchst charakteristisch. Dieser unter dient

aber an deri griechischen Poterien nicht als Glasur, sondern lediglich als

Decorationsrnittel; die Zeichnungen sind mit demselben ausgeführt oder

aber in dem schwarzen Grunde dusgespum '

Von den Griechen gelangte spärter" die Töpferkunst mkzh intim. Die

Römer, arm an künstlerischer Schöpfungskrafr", betrieben sie in der überkommenen

 Weise, bis mit dem Verfall des Reiches, in den Stürmen der
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.