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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 186)

Völkerwanderung, in denen dieigelbdtdrhte classische Kunst und Kunstfertigkeit

 ihr Grab fand, auch die blühenden Töpferwerkstätten allenthalben

weggefegt wurden.

Im Publicum werden häufig all die griechischen und italischen Gefäße,

 mit schwarzer Zeichnung auf dem röthlichen Thongrunde oder umgekehrt

 unter dern Namen netrurische Vasenu zusammengeworfen. Der_

Mangel einer Glasur auf dem porösen Thone reiht sie in der heutigen

technologischen Nomenclatur unter die nTerracottargefäße.

Zu neuem Leben erwachte die Töpferkunst erst sehr spät wieder,

der belebende Hauch kam von weit her. ' '

Uralt war im Oriente die Kunst Thongegenstände mit eineinglasartigen,

 opak weißen oder farbigen Ueberzuge zu versehen, zu emailllrenl

Die altassyrischen und babylonischen Baureste weisen farbig "emaillirte

Ziegel und eigenthümliche glasirte Thonnägel auf. Diese Kunst des

Emaillirens pllanzte sich im Oriente stetig fort, gelangte mit" den Mauren

im 8. Jahrhundert nach Spanien und erfuhr da nach der Eroberung des

Landes mit der Entwickelung der mauro-hispanischen'Cultur wohl auch

ihre bedeutende Ausbildung. Die auf uns gekommenen Producte jener

Zeit, prächtig ernaillirte Thonfliessen, Azulejös genannt, mit denen die

Mauren ihre Moscheen bekleideten, die prächtige über l Meter hohe

Alharnbravase, welche unter demPHaster der Alhambra, jenes imposanten

 maurischen Königsschlosses aus dem x3. Jahrhundert, angeblich mit

Gold geflillt gefunden wurde, die schönen Flachgefäße, wie sie unsere

Museen bewahren, legen Zeugniss ab für die alte maurische Töpferkunst.

Eigenthtimlich {ist diesen hispano-maurischen Erzeugnissen - wir

werden sie Fayencen nennen müssen - ein Decorationsmittel, das sehr

viel verwendet erscheint: jener schöne kupferfarbige Luster mit eminentem

Metallglanz, wie ihn heute nur wenige Töpfer zu erzeugen vermögen.

_ Von den Mauren kam die Kunst nach Italien. lm-g. Jahrhundert,

hatten die Sarazenen Sicilieu erobert und in Apulietrfesten Fuß gefasst.

Ihre Moscheen dort strotzten von emaillirten Fliesen. Die Insel Majorka

war der Sitz einer blühenden Töpferindustrie. Als die Insel u6o,von den

Ijisapern erobert wurde, kamen Massen der dortigen Producte nach Italien

uud_wurderi,.a1lgeu1ein bewundert. Als dann auch Spanien wieder in

christliche ljlergrschaft gekommen war, wurden niaurische Töpfer nach

ljraliengezogen; vonanderer Seite brachtenbyzantinische Griechen die

dort noch erhaltenen Reste der alten Töpferkunst wieder herüber und;

so, konnte in Italien die Töpferei wieder aufblüherr, zugleich aber, auch

einen ganz neuen ßharakter gewinnen. , . _ „ V

Neue Elemente waren hinzugetreten, die Emailglnsur und Farbe

Man lernte unter einer weißen Deckschichte, die im fFeuer glatv ausschmolz,

 den missfärbigen röthlichen Thonscherben verdecken, man bekam

WCißGylüC-lllß Geschirrehdiezobendrein farbigen Decor erhalten konnten.
            
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