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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 189)

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Nun scheut er aber auch vor keiner Aufgabe zurück. Die große

Wanddecoration an der Kunsthalle der Pariser Ausstellung war eine

kühne Leistung, wie sie eben nur Deck gelingen konnte. Aus über 1300

quadratischen Platten zusammengefügt, war das kolossale, von E. Gluck

gemalte, breit angelegte Landschaftsbild von einer wahrhaft verblütfenden,

imponirenden Wirkung. Die von Collin gemalten Idealköpfe auf flachen

Schalen und Schüsseln bis zu r Meter Durchmesser, die bis zu 10.000

Francs bezahlt wurden, zeigten recht deutlich die Ueberlegenheit der

Deck'schen Technik über alle anderen Unterglasur-Malereien, wenn auch

die Maltechnik von der sonst gebräuchlichen Methode nicht sehr abweicht.

Die auf die poröse Bisquitmasse dünn und wässerig aufgetragenen

Farben haften und trocknen rasch. Mit Brotkrume, mit dem Pinsel oder

dem Finger vollendet nun der Künstler, wischt und reibt das Zuviel

hinweg, lässt das Weiß des Grundes durchschauen oder benützt es als

höchstes Licht. Er legt über den ersten Farbton einen zweiten, dritten,

dabei immer den Durchschein behaltend, markirt die tiefen durch eine

kräftigere Lage.

Nun wird das Gemälde verglüht, die Farben angebacken, dann glasirt

 und gebrannt.

Nicht darin allein liegt der Reiz der Deck'schen Technik, dass das

Gemälde nun mit der glänzenden, durchsichtigen Decke überzogen erscheint,

 die Glasur durchdringt auch die Farben bis auf den Grund,

durchleuchtet sie, ohne Verschwimmen, ohne dass die Töne unklar werden.

Es kostet nun einige Anstrengung, von der Höhe der Fayence, die

wir mit Deck erklommen, herabzusteigen, um noch die Uebersicht über

die gesammte Gruppe zu vervollständigen und dann kurz zu resumiren.

Eine andere besondere Unterglasurmanier ist es, die noch erwähnt

sein will, ohne Vergleich mit Deck, aber leicht zu handhaben, viel

geübt, charakteristisch: die moderne wilde Barbotine-Fayence.

Barbotine, Schlickerfheißt die dünnbreiige Thonmasse, die zum Aufkitten

 von Henkeln und anderen Ansätzen an die geformten Gefäße vor

dem Brennen dient.

Hier sind nun die Farben so nbarbotineartiga, d. h. thonig, können

dick aufgetragen, förmlich angeworfen werden, sind deckend. Sie werden"

dann aufgebrannt und durch eine darüber gelegte weiche Bleiglasur Glanz

und Schmelz erzielt. Die Schwierigkeit, mit dem dicken, wässerigen Farbbrei

 Details auszuführen mag der Grund sein, dass diese Barbotinemalerei

in Frankreich eine so wilde, unschön skizzenhafte Behandlung erfahren

hat, förmliche Coulissenmalerei. Da nun nicht gut anzunehmen ist, dass

die Künstler ihre kleinen Vasen und Bilder für die Betrachtung aus 30

Schritt Distanz berechnet haben, so erscheint hier der Phantasie des Beschauers

 zu viel zugemuthet.

Halten wir nun Rückschau über die vielerlei Producte, die bisher

aufgezählt werden mussten, so finden wir außer den Emailfayencen, also
            
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