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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XV (1880 / 182)

striellem Gebieten bedenklich erscheinen müsse, und dass diese Bedenken

auch im Schooße des Aussiger Gewerbevereines laut geworden und gewichtig

 gefunden seien. Dessenungeachtet habe man sich zu dem Unternehmen

 entschlossen, aber mit der Beschränkung auf die Mitglieder jener

Gewerbevereine, welche dem Gauverbande des nördlichen und nordwestlichen

 Böhmen angehören. vMan bezweckte mit dieser Beschränkung

zweierlei. In erster Reihe: die diesem Gauverbande angehörigen Gewerbsleute

 und Industriellen zu einem friedlichen Wettkampfe auf dem Boden

des productiven Schaffens (!) einzuladen und ein Bild zu liefern, das

Zeugniss gibt von den Fortschritten auf diesen Gebieten menschlicher

Thätigkeit; in zweiter Linie glaubte man hierdurch den einzelnen Gewerbevereinen

 und im Allgemeinen dem Gauverbande durch eine solche beschränkende

 Maßregel mehrere Mitglieder heranzuziehen, was der Gewerbeverein

 von Aussig als seine Pflicht hielt, weil er dermalen wieder die Ehre

hat, an der Täte der Gauverbandsleitung zu stehenm

Das erste Motiv wird hinfällig angesichts der erwähnten Bedenken

gegen die Opportunität einer Ausstellung so kurze Zeit nach derjenigen,

welchein dem nur wenige Stunden entfernten Teplitz abgehalten worden

ist. Denn ob die Aussteller Mitglieder eines Gewerbevereines sind oder

nicht, ändert ja an der Thatsache nichts, dass sie erst vor einem Jahre

die Gelegenheit gehabt und zum großen Theile auch benutzt haben, sich

an dem allbekannten vfriedlichen Wettkampfeu zu betheiligen; und in der

gedachten Frist können die Fortschritte kaum so bedeutend sein, um ein

öffentliches vZeugniss-r nothwendig oder auch nur wünschenswerth zu

machen. Als haltbarer Grund bleibt mithin nur der Wunsch übrig, für

die Gevrerbevereine neue Mitglieder zu gewinnen. Wenn ähnliche Motive

auch schon manchem derartigen Unternehmen als Grundlage gedient

haben mögen, so ist es doch wohl das erste Mal, dass dieselben so unverhohlen

 eingestanden werden. '

Allein auch dieser Standpunkt der Beschränkung auf Mitglieder der

Gewerbevereine der Gegend musste, wie wir weiters erfahren, aufgegeben

werden. Die Betheiligung blieb nämlich äußerst gering. Die Gewerbetreibenden

 gaben somit zu erkennen, dass sie die Ausstellung für unnötbig

 hielten. vDoch die Idee hatte schon zu feste Wurzeln gefasst (wo?

- offenbar in der Ausstellungscommission!) als dass es noch gut möglich

gewesen wäre, sie fallen zu lassenn- Und so entschloss man sich denn,

nicht nur die Gewerbetreibenden des nördlichen und nordwestlichen

Böhmen, ob sie nun Mitglieder eines Gewerbevereines waren oder nicht,

sondern auch solche aus anderen Gegenden, und endlich die Fabrikanten

landwirthschaftlicher Maschinen und Geräthschaften einzuladen. Allerdings

 sollten fremde Aussteller nur aus solchen Industriezweigen zugelassen

 werden, "die in diesem Landstriche entweder nur spärlich oder

gar nicht vertreten sind-x; es bedarf jedoch kaum der Erwähnung, dass

diese Bedingung keineswegs aufrechterhalten worden ist.
            
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