Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 199)

gaben berufen, in deren schöner, echt glasmalerischer Durchführung sie

zugleich ein bleibendes Denkmal ihres Könnens sich schuf.

An dieser Stelle mag auch der Zieroberlichten für die große Halle

und die Treppenhäuser des Justizpalastes gedacht werden, welche unserem

Institute nach Zeichnungen des Bauleiters v. Wielemanns und Architekt

D. Avanzo übertragen wurden; decorirte Glasverdachungen in einem

Fllichenausmaße von liber 400 Quadratmeter. Die technischen Schwierigkeiten,

 welche diese Monstreaufgabe bereitete und welche im vollsten Ausmaße

 durchgelitten wurden, konnten erst nach geraumer Zeit die Erinnerung

 verklären, das riesige Zieroberlicht mit noch riesigeren Mitteln zu

Stande gebracht zu haben.

Werfen wir von Wien aus einen Blick auf das treue Arbeitsfeld

in Böhmen, so sind daraus wieder hervorzuheben die Aufträge für die

Stiftskirche in I-lohenfurth: ein ansehnliches Transeptfenster, welches

die Legende des heil. Johannes von Nepomuk in sechs szenischen Bildern

behandelt, nebst den Verglasungen von fünf Teppichfenstern in reichem

Ornamentalcharakter; für den St. Veitsdom in Prag: drei Fenster mit

Darstellungen der Vision des heil. Antonius von Padua und den Patronen

Böhmens in Einzelfiguren, nach Entwürfen und Cartons von Prof. Sequens

und Dombaumeister Macker; das in gothisirender Renaissance gehaltene

Gruftcapellenfensrer nAuferstehungu für Fürst Clary in Teplitz; sämmtliche

 Ornamentalfenster der Decenalkirche zu Culm.

Westwärts ziehend finden wir Tulln, Adlwang, Lasberg als

Orte markirt, welche figurale Glasfenster in diesem Jahre aus Innsbruck

erhielten; romanische Rosetten kamen nach Zarzecze; ein reich disponirtes

 Renaissancefenster gab Fürstbischof Zwerger für seine Schlosscapelle

zu Seck au in Auftrag.

Von den Arbeiten für Tirol heben wir nur die decorativen Kunstverglasungen

 der St. Johanniskirche in lmst hervor, sowie das von Herrn

v. Mathiowitz für die Pfarrkirche zu Bozen gestiftete St. Elisabeth- und

Leopold-Fenster, das erst nach langen Ausstellungsreisen an seinem Platze

Ruhe fand. (Fortsetzung folgt.)

Gewerbeverein in Gmunden.

In Gmunden hatte die Reformbewegung im Kunstgewerbe bisher

nur einzelne Anhänger gefunden, die allerdings mit vielem Glück: der

neuen Strömung gefolgt waren, das kunstgewerbliche Leben im Großen

und Ganzen aber war derselben ferngeblieben. Nun scheint sich ein Um-,

schwung der Meinung unter den dortigen Gewerbetreibenden zu Gunsten

einer besseren Geschmacksrichtung vollzogen zu haben, der für die locale

Production um so glückverheißender ist, als der bedeutende Fremdenverkehr

daselbst die dortige Kunstindustrie schnell in guten Ruf zu bringen vermag.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.