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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 199)

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hohen Chors neu in Auftrag gegeben vier reiche figurale Capellenfenster

mit den Heiligen Bonifacius, Maria zur immerwährenden Hilfe, Florian

und Barbara;

eine einfache aber einheitlich durchgeführte Ornamentalverglasung

erhielt die neu erbaute Kirche der Sacre Coeur-Damen zu Wien;

die Legende der heil. Barbara gelangte in feinen Grisaillefenstern

der Capelle des Olruützer Domdechant Grafen Lichnovsky zur Ausführung

 nach Entwurf des Architekten Ritter v. Storno.

Einen ganz ansehnlichen Auftrag bot die Kirche des lneuen Knaben-Seminars

 in Brixen mit einer Folge von Medaillonbildern in den Chorfenstern:

 Leiden und Verherrlichung Christi, einzelnen Heiligen in den

Capellenfenstern, ornamentalen Verglasungen im Schiffe, durchsetzt von

Propheten und anderen Gestalten des alten Bundes.

Die poesievolle Legende der heil. Anna, das Leben Mariens behandeln

 die vier für die St. Jacobspfarre in Innsbruck ausgeführten Medaillonfenster

 in Grisaillecharakter.

Nach Borken in Westfalen gelangte dieses Jahr das erste Seitenportalfenster:

 das erste Kommen Christi als Erlöser der Welt, angebetet

von Hirten und Königen, ein Glasfenster, bedeutend nach Umfang und

Inhalt, eine der schönsten und großgedachten Compositionen des Professor

 Job. Klein.

Die Hauptfeste der Kirche bildeten den Inhalt in Lasberg's Pfarrkirche,

 deren durchgreifende Restaurirung unter Otto Schirmer der eifrige

Pfarrer Hagenbuchner unternahm.

Das erste Riesenfenster der Votivkirche in Wien , das des südlichen

Transeptes, gelangte diesen Sommer in der Tiroler Glasmalerei zur Vollendung,

 dessen Gelingen die Uebertragung auch des zweiten ihr mitsicherte.

Dort war es die Taufe und Transfiguration Christi, welche Prof. v. Steinle

als biblischen Inhalt in colossalen Gruppen darstellte, während darunter

das Votivbild: der Kaiser Franz Josef, von seinen Patronen geleitet, bringt

der thronenden Guttesmutter sein Dankgebet dar; Michael überwindet den

Drachen, - sich in ebenso großen Verhältnissen friesartig hinzieht. Bekanntlich

 ist dieses Fenster einelStiftung der Commune Wien in dankbarer

Erinnerung an die Rettung des geliebten Monarchen.

Ragen diese zwei Riesenfenster wie Thurmhelme über alles Bauwerk

empor und markiren sie für immer die glänzendste Höhe in der Geschichte

des Kunstinstitutes, so übten sie zugleich einen tiefen bildenden Einfluss

auf Artisten und Techniker, wie überall im Kunstgewerbe das Werk den

Meister bildet, indem es mit neuen Problemen, mit neuen Schwierigkeiten

sein Denken und Können reizt und steigert.

Wir fügen einige bescheidene aber schöne Leistungen ein: Das St.

Barbara-Fenster für St. Valentin, die Rosenkranzgeheimnisse für Servaus

 (Tirol), Fenster für Altenburg (Tirol) und Diersbach.
            
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