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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 200)

F112

Im Anftrage des Erzherzogs Heinrich gelangte das (Ihristi Geburt-Fenster

 für die Pfarrkirche zu Bozen in Ausführung nach Enlwnrfdes

Architekten Otto.v. Mayrhauser. ' .-Frau

 Biron-Wayerer stiftete dem Andenken ihres Onkels ebendorthin

ein Kunstfenster, das die Legende des sel. Heinrich von Bozen in poetixher

Weise behandelt. i ' l

In diesem Jahre erhielt auch der Chor der dortigen Franciscanerkirche

reiche Glasteppiche nach Motiven derer zu Heiligenkreuz.

Der Großindustrielle Herr Salcher stiftete in seiner Heimatskirche

Luggau im Pusterthal zwei figurale Glasfenster, die sich durch ihre

reizende decorative Lösung in fein entwickelter Ornamentik auszeichneten.

Die in spätgothischem Charakter gedachten sechs Schifffenster der

Kirche von Hä selgehr im Lechthale tragen in ihren zart durchbrochenen,

geschmückten Tabernakeln die zwölf Apostel, während für die Chorfenster

zu A ndels buch in Vorarlberg die alttestamentarischen Vorbilder der

Eucharistie in scenischen Medaillons und die vorzliglichsten Verehreri des

Altarsacramentes in Einzelfiguren bestimmt wurden.

Streng romanische Absidenfenster kamen in das alte Kirchlein zu

Brülisau in der Schweiz; nach Willerzell bei Einsiedeln das Altarbildfenster

 des heil. Wendelin und wappengeschmückte Teppiche nach

Motiven des Architekten Steiner.

Ehe wir uns ostwärts wenden, erwähnen wir noch der Pfarre Mutte rs

bei Innsbruck, welche durch Figuralfenster eigenartigen Charakters: Brustbilder

 oder ganze Figuren in abgeschlossenen Körpern auf getonten, mannigfach

 decorirten Bleiverglasungen gelegt, geziert ist.

Aus Ober- und Niederösterreich nennen wir an Orten, die beachtenswerthe

 Glasmalereien in diesem Jahre aus dem Tiroler Institute empfingen:

Maria-Schmolln, Waldhausen, Ried, St. Pölten, Waidhofen,

Weyer, Mödling, Baden, Buchberg. v ,

In erstgenannteriWallfahrtskirche, die der Künstler der Klosterzelle,

P. Johann Maria, erbaut und ausgestattet, wurden sämmtliche Fenster

glasmalerisch behandelt: interessante Flechtmuster, welche symbolische

Medaillons oder Ordensbeilige in reizenden Bänderrahmen umziehen. In

Mödling bestellte der kunstsinnige Bürgermeister Schöllel sämmtliche

Teppichverglasungen der alten Spitalkirehe; für die Pfarre Baden stiftete

die Munificenz einzelner Damen drei ansehnliche Fenster bildlichen Inhalts.

Aus den nach Steiermark gelieferten Glasmalereien _machen wir nama

haftt Die Facadenfenster der alten S'tifts-, nun Pfarrkirche zu Stainz und

die vier großen gekuppelten Chorfenster der Stiftskirche zu Vorau imit

Rosetten religiös-symbolischen Inhalts in Auffassungs-"und Anschauungsweise

 der Renaissance - ein überaus dankbarer und interessanter Auftrag

des Stiftsoropstes Allinger. -

Mit uneigennützigem Eifer unternahm der Apotheker Kabelaö in

Deutsch-Brod, für die neuelFriedhbfscapelle Monumentalfenster zu be-
            
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