curulis thronend, Strenge vereint mit Menschenliebe zum Ausdruck bringt. Der Thronstuhl
ist nach römischem Vorbilde durchgeführt; der Sitz wird von Wßlfinnen getragen,
die Fuße der Göttin ruhen auf einem Schemel mit zwei Stufen, deren untere die Widmungsinschrift
tragt: lllustrissimo Domino Dito Alexandro Kozma de Leveld, Supremo Procuratori
Regio Hung. in memoriam perennis venerationis gratitudinisque: Procuratores
R. H. eidem subditi MDCCCLXXXIL Das Ganze steht auf einer Plinthe und diese auf
einer schwarzen Marmorplatte; die Lange beträgt 45, die Breite 21, die Hübe 48 Centim.
Die Figur ist aus Silber, gegossen und ciselirt, die Sedia, Plinthe und einzelnes Beiwerk ist
vergoldet. Die Composition und das Modell der Justitia stammt von Alois Strobel in
Budapest, das Modell der Sedia und die Ausführung des ganzen Kunstwerltes in Silber
ist von Stefan Schwartz in Wien. Das zugehörige Postament ist nach Angaben des
Architekten Schikedanz von Prof. Muderlak in Nussholz geschnitzt und geheizt.
(Gründung des Museums in Bozen und die tiroliacheu Sammlungen.) ln
Bozen hat sich vor kurzer Zeit ein Verein gebildet, welcher den Namen -Museumsverein
in Bozen: fuhrt und dessen Hauptzweck ist, Kunstwerke in der dortigen Gegend zu sammeln
und dadurch den Kunstsinn zu wecken. Der Verein hat ein passendes Locale für Aufstellung
von Kunstobjecten erworben und beabsichtigt auch, Ausstellungen zu veranstalten. Nachdem
die Statuten von der Statthalterei genehmigt wurden, fand am tg. April die constituirende
Generalversammlung statt. Dies ist nun das fünfte öffentliche Museum,
welches in der Provinz besteht. Die älteste und großartigste Anstalt dieser Art ist bekanntlich
das im Jahre 1822 gegründete und im April 1823 behördlich genehmigte Ferdinandeum
in Innsbruck. Das städtische Museum in Trient verdankt seinen Ursprung einem
Legate des Tribunal-Präsidenten in Mailand, Anton Mazzetti, im Jahre 1841, gewann aber
eine Bedeutung erst dadurch, dass der Bürgermeister Graf Benedict Giovanelli seine wcrthvollen
Sammlungen nebst Bibliothek im Jahre 1846 testamentarisch seiner Vaterstadt vermachte.
Das in naturwissenschaftlicher Hinsicht interessante Museum in Roveredo datirt
aus den Sechziger Jahren. Die Gründung des vorarlbergischen Landesmuseums in Bregenz,
berühmt geworden durch seine Munzen- und Terrasigillata-Geschirrsammlungen, geschah
im Jahre 1857 durch einen Verein nur die vorarlbergische Landeskunde in's Auge fassender
Männer und kräftige Mitwirkung des Kreishauptmannes Froschauer. Außerdem bestehen
verhaltnissmaßig zahlreiche Lehranstalts- und Privatsammlungen, so z. B, die reichhaltigen
Collectionen des blSChöHlChBn Gymnasiums in Brixen, die von dem Archäologen Pater
Florian Orgler angelegte Altetthumersammlung des Franciscaner-Gytnnasiums in Bozen,
die Alterthünaersammlungen in Welsch-Tirol, unter denen die bedeutendsten Zanella in
Trient, Vigli in Mezzolombardo, Frigo in Borgo, Passerini in Riva, ferner die Waffensammlung
Ettl und die Collectionen der beiden Herren v. Wieser in Innsbruck, die
Münzensarnmlungen des Grafen Enzenberg und des Prof. Busson etc. Die Erfahrung zeigt,
dass sich die Sammelthatigkeit in dieser Provinz immer mehr decentralisirt und die Localinteressen
sich mehr geltend machen. Dies ist insoweit ein Vortheil, als manches werthvolle
Object vom Untergange gerettet wird und Kunstsinn und archäologische Studien in
kleineren Orten Anregung Finden. Allein andererseits wird durch diese Zersplitterung die
Uebersicht über die Cultur und Kunstentwicklung des Landes erschwert, da eine solche
nur durch eine mit vereinten finanziellen Kräften unterstützte Landesanstalt gewahrt werden
kann. Auf diese Weise wird auch die wllnschenswerthe Gründung eines Kunstgewerbe-Museums
im Vereine mit dem Ferdinandeum nichts weniger als gefördert.
(Buoherausstellung in Budapest.) Am S. April fand in den Raumen des ungarischen
Akademie-Palastes die Erölfnung der Landes-Bücherausstellung statt.
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(Ullrlolraober Preis.) Die Preisjury für den Ullrich'schen Preis (Pocal als Rennpreis)
hat, da unter den ihr vorgelegten 15 Zeichnungen von sieben Bewerbern fast alle
Entwürfe, entgegen dem Programme, als höchst kostspielig in der Ausführung sich ergaben,
den Zoglingen" der Kunstgewerbeschule, Hugo Osterloh und Ludwig Jünger,
ersterem den zweiten Preis, dem letzteren die ehrenvolle Erwähnung zuerkannt.
Zugleich wurde die neuerliche Ausschreibung des ersten (als einzigen) Preises von
60 Mark mit demselben Programme und besonderer Betonung der veinfachen Form" und
nlliChl zu reicher Verzierung: empfohlen.
Die Preisaufgabe für die Fachschnler der Kunstgewerbeschule besteht im: E ntwu rf
zu einem Pocale, der als Rennpreis dienen soll. - Styl: Renaissance; Material:
Silber oder vergoldetes Silber. Einfach edle Form des Gefäßes, passende Anbringung der
Inschrift nFruhjahrs-Wettrennen - Freudenau t883u. Mäßige Anwendung von Emhlemen
und nicht zu reiche Verzierung waren die hauptsächlich zu berücksichtigenden Punkte.
Gesammthöhe des Gefäßes inclusive Deckel Maximum 45 Ctm. Die Zeichnung ist in
natürlicher Größe auszuführen. Ablieferungstermin io. October 1882. Das Preisgericht
besteht aus den Herren: Reg-Rath Bucher, Prof. Herdtle, Prof. König, Hof-Silberarbeiter
Jos. Mayer, Lehrer Schwartz und Reg-Rath Prof. Storck. '